Schule will immer dazulernen. Sie ist immer in der Entwicklung. Schulentwicklung ist somit ein langfristig angelegter, andauernder Prozess mit dem Ziel Strukturen und Bedingungen für Lernen, Lehren und Leben an einer Schule zu vervollkommenen, indem diese einer regelmäßigen Qualitätsüberprüfung unterzogen und systematisch und zielgerichtet weiterentwickelt werden.
Im Schuljahr 2005/06 begann die Deutsche Schule Shanghai einen umfassenden Schulentwicklungsprozess, welcher alle damals laufenden und zukünftigen Maßnahmen unter einem gemeinsamen Dach zusammenfasste und im Mai 2007 mit den Pädagogischen Tagen nach anderthalb Jahren ein erstes Etappenziel erreichte: die Einigung auf ein Leitbild bei gleichzeitiger Inangriffnahme drängender Problemstellungen der strukturellen, fachlichen und pädagogischen Entwicklung an der schnell wachsenden Schule.
Die Steuergruppe „Schulentwicklung“ ist mit der Planung und Gestaltung des Schulentwicklungsprozesses befasst. Sie setzt sich entsprechend der jeweils anstehenden Aufgabenstellung aus ca. sechs Lehrkräften zusammen und ist mit der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung sowie der Koordination und Durchführung von Maßnahmen zur Schulentwicklung für Mitarbeiter und Schulgemeinschaft betraut. Als Bindeglied zwischen Kollegium und Schulleitung gibt sie Impulse für zukünftige Entwicklungsmaßnahmen.
Eine wichtige Zielsetzung der andauernden Schulentwicklungsarbeit ist dabei neben den Arbeitsergebnissen immer auch der langfristige Wandel der Art der Zusammenarbeit und Kommunikation an der Schule: Evaluation und Feedback über Lernen und Lehren als Teil des Schulalltags, Projektarbeit und offene Konferenzformen im Kollegium.
Das Schuljahr 2006/07 war von der gemeinsamen Entwicklung des Leitbilds durch die gesamte Schulgemeinschaft unter Einbezug von Schülern, Lehrern, Eltern, Schulleitung und Vorstand geprägt. Das im Mai 2007 erstellte Leitbild setzt Maßstäbe für Erziehung und Bildung in Kindergarten, Grundschule und Sekundarstufe der Deutschen Schule Shanghai und bietet Orientierung für zukünftige Schulentwicklungsschwerpunkte an unserer Schule.
Parallel dazu erfolgte im Schuljahr 2006/07 die pädagogische Fortentwicklung unserer Schule. Im Mai 2006 hattten sich dazu auf einem Lehrerkonzeptionsnachmittag vielfältige Ansatzpunkte ergeben. Die Schulleitung nahm diese auf und beauftragte kleine Lehrerteams mit der Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten in diesen Handlungsfeldern, z.B.: Kriterien für den Schuleingang, DaF in der Grundschule, Übergang von Klasse 4/5, Mathematik und Englisch im Übergang von Grundschule zur Sekundarstufe, Methodenkompetenz in der Oberstufe, Beziehungen zum Gastland China, Ganztagsschule, Realschule und Binnendiffernzierung, Drogenprävention, Website. In anderen Schulentwicklungsbereichen wurden laufende Maßnahmen durch ähnliche Teams oder Beauftragte fortgesetzt und ausgebaut, z.B.: Kombiklasse, Berufsberatung und Berufspraktikum, Zusammenarbeit mit der EFS, Sport, englischsprachiger Erdkunde und bilingualer Geschichtsunterricht. Aus Ideen wurden Konzepte, die im Schuljahr 2007/08 umgesetzt werden.
Mitglieder der Steuergruppe bis im Schuljahr 2006/07: Tim Kramer, Thilo Klingebiel, Petra Fuchs, Roman Deeken, Olaf Dieckröger, Alexander Volkmann.
Der Weg ist das Ziel – insbesondere bei der Entwicklung eines Leitbilds ist die breite Beteilung aller Mitglieder der Schulgemeinschaft mindestens genauso entscheidend wie das Ergebnis. Um den Zeit- und Arbeitsaufwand so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig die Anliegen von Schülern, Lehrern und Eltern entsprechend einfließen zu lassen, geschah die Einigung auf ein Leitbild in vier Schritten:
In der Grundschule finden verlässliche Kriterien für den Schuleingang ihre Anwendung. Dem zunehmenden Förderbedarf für Deutsch als Fremdsprache für Grundschulkinder wird durch ein neues gebührenpflichtiges Modell begegnet. Die fachliche und pädagogische Abstimmung und Zusammenarbeit an der wichtigen Gelenkstelle zwischen den Schulstufen Grundschule und Sekundarstufe in Klasse 4 und 5 wird weiter intensiviert. Im Auslandsschulwesen wird die Entscheidung über die Schullaufbahn am Ende der Klasse 5 getroffen. Lehrer der Grundschule und der Sekundarstufe haben sich auf Maßnahmen verständigt, wie Schüler bis zu diesem Zeitpunkt über die Klassen 4 und 5 hinweg insbesondere in den Kernfächern bestmöglichst gefordert und gefördert werden sollen um ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen gerecht zu werden.
In der Sekundarstufe werden in den Klassen 6-8 eigene kleine Lerngruppen für Realschüler in den Fächern Deutsch und Mathematik gebildet – eine äußerst intensive Lernumgebung zur individuellen Förderung. Die anderen Fächer werden im Klassenverband binnendiffernziert unterrichtet: Zwei Schulformen unter einem Dach und in einer Lerngruppe, zum Vorteil für Realschüler und Gymnasiasten und eine besondere Chance des Auslandschulwesens. In den Klassen 9 und 10 werden eigene Realschulklassen gebildet, um den speziellen Anforderungen der Schulform jeweils zum Wohl der Schüler gerecht werden zu können. Als Alternative zum Französischunterricht können Realschüler ab dem nächsten Schuljahr in den verschiedenen Klassen Fächer wie „Informationstechnische Grundbildung“, „Umwelt und Technik“, „Business@School / Wirtschaftliche Grundlagen“, „Exkurs Architektur/Modellbau“ belegen. Die Struktur des englischsprachigen und bilingualen Sachunterrichts in den beiden gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Geographie und Geschichte wird im Schuljahr 2007/08 zu einem Abschluss gebracht. Schüler können in Erdkunde ab Klasse 7 und in Geschichte ab Klasse 8 wählen, ob sie die Fächer auf Deutsch oder auf Englisch bzw. bilingual belegen möchten.
Offene Handlungsfelder für die Zukunft blieben die weitere Ausgestaltung Umsetzung des Ganztagsschulkonzepts insbesondere für die Sekundarstufe, um einen Rhythmus anzubieten, in dem Lernen und Erholung, kognitive, körperliche und kreative Tätigkeiten, curriculare und extracurriculare Bereiche möglich sind und sinnvoll aufeinander abgestimmt werden, sowie die fächerübergreifende Zusammenarbeit zur Förderung der Methodenkompetenz in der Oberstufe.
Ein besonders großer Schritt ist dem Team zur Neugestaltung des Internetauftritts der Deutschen Schule Shanghai gelungen.
Projekt KUH - Kollegiale Unterrichtshospitationen
Lesen Sie mehr über die deutsch-französische Zusammenarbeit am Eurocampus.
Die Selbstevaluation SEIS hilft Schulleitung und Kollegium, Schulentwicklungsprozesse mit Hilfe von Daten zu evaluieren und zu planen. Hier geht es zu den Ergebnissen der Befragung am EuroCampus.