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Mathematik-Workshop vom 21.-25. März 2007

„Hast du Lust auf ein Mathe-Camp in Hongkong?“
„Hongkong? Klingt gut, warum nicht…“
„Wir sind auf einer einsamen Insel mit höchstens zwei chinesischen Restaurants und machen Mathe... Willst du immer noch mit?“

Vier Schüler der Klassen 10 und vier aus Klasse 11, zwei Mathelehrer, fünf Tage Hongkong und eine Menge Mathematik. Ein Abenteuer, in das wir uns alle mit Neugier und Vorfreude stürzten.
Am einem Mittwoch sollte es losgehen. Nach fünf Schulstunden hat uns der Bus zum Flughafen Pudong gebracht. Einige Stunden später: Ankunft in Hongkong. Nach der Zugfahrt noch eine halbe Stunde Fähre waren wir auf Cheung Chau. Wir wurden von neun Hongkongern Schülern und zwei Lehrern begrüßt und stillten unseren Hunger bei Mc Donald’s. Dann ging es erst einmal einen Berg hoch. Zeit ist relativ und das „Wir sind gleich da...“ dauerte ziemlich lange! Übermüdet, aber auch erwartungsvoll kamen wir an der Jugendherberge an. In vier gemischte Gruppen erhielten wir unsere Langzeitaufgaben und wollten dann nur noch schlafen!
Am nächsten Tag wurden wir auch schon gleich mit einem vollen Programm überrascht. Ein Gruppenwettbewerb namens „Mathematik ohne Grenzen“, bei dem alle zusammenarbeiten mussten, schaffte gleich zu Anfang „Teamgeist“. Es folgte Gruppentheorie und die lebhafte Diskussion, ob Spaghettis bezüglich der Verbindung „Winkelhalbierende“ eine Gruppe bilden können. Einige sahen jetzt schon die Gelegenheit zum Essen und knabberten fleißig an den rohen Spaghettis… Dabei zogen wir noch nebenbei die Verbindung von der Mathematik zu Goethe. Zwischendurch gab es einige Pausen, die wir mit sportlichen Aktivitäten wie Badminton vertrieben. Nach dem Mittagessen und einem kleinen Spaziergang auf der Insel ging es gleich mit Kryptographie weiter. Wir wurden in die Geheimnisse der Verschlüsselung und Entschlüsselung eingeweiht und durften unsere Entschlüsselungsfähigkeiten auch gleich unter Beweis stellen. Nach einem Abendessen im Camp gingen einige zum Strand um zu entspannten, während andere sich für einen Mathe-Film entschieden.
Tag 2; die Zeit verfliegt. Gleich frühmorgens wurden wir in ein neues Thema eingeweiht: Graphentheorie. Dabei erfuhren wir, warum man „das Haus vom Nikolaus“ in einem Zug zeichnen kann und warum „Klein-Kant“ seinen Spaziergang durch Königsberg nie geschafft haben kann. Zum Mittagessen fuhren wir an die German-Swiss International School und machten dort noch unseren zweiten Kryptographie-Block. Dabei klärten wir die Frage, wie man als Mathematiker reich wird (Stichwort: Primzahlen). Nach einer gemeinsamen Fahrt zum Peak hatten wir bis zum Abend Freizeit, na ja fast. Wir mussten mathematisch interessante Objekte fotografieren. Nach dem Abendessen fuhren wir mit der Fähre zurück und spielten „Wer wird Mathe-Millionär?“ bis wir mitternachts ins Bett gescheucht wurden.
Samstag; eigentlich dachten wir ja an Ausschlafen. Da haben wir die Rechnung aber ohne unsere Lehrer gemacht. Morgens war noch einmal Graphentheorie angesagt und zum Mittagessen ging es ins Zentrum. Nachmittags fand dann eine Siegerehrung statt und jeder durfte sich ein Buch aussuchen. Anschließend wurden wir in die Gastfamilien entlassen. Endlich Freizeit, ohne an Mathe denken zu müssen. Gemeinsam mit den Hongkongern erkundeten wir die Stadt und hatten noch viel Spaß.
Nun war leider auch schon der letzte Tag da und wir mussten Abschied nehmen. Zurückblickend lässt sich sagen, dass es fünf abwechslungsreiche und interessante Tage waren. Langweilig war es nie und Mathe haben wir auch reichlich gemacht. Und neben den neuen Erkenntnissen in der Mathematik haben wir viele nette Leute kennen gelernt und viele Freundschaften geschlossen. So dass wir jetzt schon überlegen, was wir den Hongkongern nächstes Jahr in Shanghai zeigen könnten.