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Fit und Gesund durchs Jahr

 
Aktionswochen im Kindergarten

Wer weiß, warum wir uns bewegen können? Wieso ist eine Möhre gesünder als ein Lutscher? Und weshalb ist Sport so wichtig für den Körper?

All diesem „Wieso-Weshalb-Warum?“ sind unsere Kindergartenkinder auf die Spur gegangen. Das diesjährige Thema der Aktionswochen lautete „Fit und Gesund“ und getreu diesem Motto drehte sich zwei Wochen alles rund um Gesundheit und Fitness.

Da galt es erst einmal auszuwählen, was können wir den Kindern anbieten? Nicht zu weit weg sollte es sein, sondern diesmal auf Kindergarten, Schule und Umgebung bezogen. Informationen und Aufklärung sollten gleichermaßen bedacht werden, wie Spaß und Freude. Und nicht zuletzt wollten wir die Eltern mit einbeziehen. Sie sollten nicht nur Informationen erhalten, sondern auch aktiv am Thema teilhaben können.

Mit diesem Grundgerüst gingen wir also an die Planung dieser 14 Tage. Herausgekommen ist dann ein bunter Misch aus Bewegung, Ernährung, ärztlicher Vorsorge und Hilfestellung, Kennenlernen des Körpers, Hospitation von Eltern und ein Infoabend. Die Mischung macht´s – das hört man oft, und so bewies sich genau dies als eine gelungene und willkommene Abwechslung bei allen Beteiligten.

Zum Start der Aktionswochen war es uns wichtig, dass die Eltern die Möglichkeit bekamen, über alle Bereiche, die wir mit den Kindern am Tag behandeln wollten, auch informiert wurden. Dies sollte aber nicht nur durch einen Elternbrief geschehen, die Eltern sollten die Möglichkeit zu Fachinformationen und Austausch bekommen. So fand dann mit drei Referenten ein Präventions- und Informationsabend zu den Bereichen Allgemeinmedizin, Ergotherapie und Zahngesundheit statt. Eingeladen waren dazu deutsche Fachleute aus den genannten Bereichen. In lockeren Vorträgen bekamen alle anwesenden Eltern einen kleinen Einblick und viele hilfreiche Ratschläge. Hierbei wurde dann natürlich auch besonders auf die Situation vor Ort eingegangen. In den sich anschließenden Gesprächen hatte jeder die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen und sich mit der Referentin und anderen Eltern auszutauschen und zu diskutieren. Nachdem alle umfangreich informiert waren, konnte es losgehen mit der Fitness. Auch hierbei waren Eltern herzlich eingeladen. Und so fanden sich viele in der Turnhalle ein, um bei einem Bewegungsparcours den Kindern Hilfestellung geben zu können. Vorrangiges Ziel an diesen vier besonderen Turntagen war es, den Kindern Zeit und Möglichkeit zu geben, neue Geräte, Abläufe, aber vor allem ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen, Stärken und Schwächen, Interessen und Neigungen herauszufinden und auszuprobieren. Der Parcours war so aufgebaut, dass verschiedene Bereiche angesprochen wurden: Balancieren, Springen, Gleichgewicht, Schwingen, Klettern, Höhenunterschiede, Krabbeln, Slalom, Schaukeln...

Eine andere Art von Bewegungsparcours fand jeden Freitag nach dem gemeinsamen Frühstück statt. Dann nämlich verwandelten wir alle Gruppenräume in Bewegungslandschaften. In jedem Zimmer wurden verschiedene Parcours aufgebaut, die hauptsächlich aus dem Mobiliar der Gruppenräume bestanden. War in der Turnhalle noch die Vielfalt der speziellen Geräte im Mittelpunkt, so galt es nun in der Gruppe, den Fokus auf die ganz normalen und alltäglichen Gegenstände zu richten. Wir wollten den Kindern zeigen, dass zum „Sport machen“ nicht immer teure Turngeräte nötig sind. Ganz einfach könnten sie ihr Kinderzimmer in einen Bewegungsparcours verwandeln. Und so zogen dann alle Gruppen im Wechsel durch die Gruppenräume des eigenen Ganges. Am zweiten Freitag erkundeten dann alle die Gruppen im anderen Flur. Auch hier war ihnen Abwechslung in jeder Hinsicht geboten. Nachdem sie ausgiebig gekrabbelt, geklettert, gesprungen, gelaufen... waren, kamen sie erhitzt und erschöpft, aber dennoch gut gelaunt wieder in ihrem eigenen Raum an.

Was so alles bei einem Bewegungsparcours mit dem Körper passiert – das konnten wir erfahren, als jede Gruppe einen Einblick in krankengymnastische Übungen bekam. Da waren vorher schon ein paar Fragezeichen, als den Kindern ein Gummiband gezeigt wurde. Dies sollte jedoch die Arbeit der Muskeln veranschaulichen und mit Hilfe von Oskar, dem kleinen grinsenden Skelett, verstanden die Kinder sehr schnell, welche Arbeit diese „Gummiband–Muskeln“ in ihrem Körper bewirken. So lagen wir dann auf den Matten und dehnten und streckten uns, bogen den Oberkörper nach vorne und zurück oder strampelten mit den Beinen in der Luft. Muskelkater dürfte von nun an ein Fremdwort sein, nach so viel fachmännischer Übungsanleitung. Im Bereich der Gesundheit stand die Prävention und Aufklärung im Vordergrund. Hauptziel war es hier, den Kindern die Angst zu nehmen, z. B. vor dem nächsten Besuch beim Zahnarzt oder in der Krankenstation. Hier konnten wir auf einen Berufszweig zurückgreifen, der in der Schule vertreten ist. Die Kinder besuchten entweder mit ihrer Gruppe oder der Vorschulgruppe nach und nach den Erste-Hilfe-Raum. Sie lernten sehr anschaulich die Krankenstation und ärztliche Geräte kennen. Nach einem Rundblick durch das Krankenzimmer begleitete unsere Krankenschwester die Kinder in ihre Gruppenräume. Die Praxisübungen durften natürlich nicht fehlen, denn im Notfall sollte es für die Kinder bekannt sein. Also kreiste dann das „cool pad“, und auch das Fieberthermometer wurde genau erklärt. Assistiert wurden die Gruppen dabei von Frederick, der Handpuppe. Und weil alle Kinder besser aufgepasst hatten als Frederick, bekam jeder zum Abschluss auch ein „Zertifikat“ zum erfolgreichen Bestehen des Erste-Hilfe-Lehrganges überreicht.

Zur Prävention und Aufklärung gehört natürlich auch die zahnärztliche Untersuchung. Mit dem Besuch einer deutschen Zahnärztin im Kindergarten konnten wir auch diesen Aspekt sehr zufrieden stellend für alle abdecken. Auf sehr kindgerechte Weise ging es nun also um Möhren, Lutscher, Nudeln, Tee, Cola, Kartoffeln... ja – und um Zucker. Da wurde jedem Kind sehr schnell klar, warum die Möhre für die Zähne gesünder ist als ein Lutscher. Auf Bildkarten konnten sie gesunde und von Karies zerstörte Zähne sehen. Da bekam das tägliche Zähneputzen nach den Mahlzeiten eine ganz neue Bedeutung und genau das wurde unter Anleitung der Fachfrau dann gleich noch einmal geübt.

Mit dem Augenmerk auf die hohe Bedeutung der gesunden Ernährung, passte sich natürlich auch die Gestaltung unseres gemeinsamen Frühstückes am Freitag an. Der nahegelegene Markt lud ein, nach Herzenslust zu schauen und zu kaufen. Die Gruppen, die donnerstags zum Markt gingen, taten dann auch genau dies. Mit einem voll beladenen Bollerwagen kehrten sie dann stolz in den Kindergarten zurück und für das Frühstück am nächsten Tag war gesorgt. So entstand dann z. B. ein herrlich frisch geschnittener und zubereiteter Obstsalat, an deren Zubereitung sich alle Kinder am Freitag Morgen beteiligten. Viele Gruppen nutzten das Rahmenthema aber auch, um nach einem erfolgreichen Gemüseeinkauf, in der Gruppe eine bunte Gemüsesuppe herzustellen. Und so zog manch leckerer Duft durch die Gänge des Kindergartens.

Nach 14 Tagen Spiel, Spaß, Aufklärung, Information und neuen Anregungen gingen dann auch die Aktionswochen „Fit und Gesund“ zu Ende. Durch die tatkräftige Unterstützung, Mitarbeit und viel Engagement von allen Beteiligten bleibt nur noch zu sagen: Es hat Spaß gemacht! Dankeschön!