Lisa Brittinger bei „Mittags zur Uni“: Vom Mathematikstudium zum Produktmanagement

Was ist sinnvoller: Wirtschaftsmathematik oder „normale“ Mathematik? Was ist der Unterschied zwischen dem „alten“ Diplomstudiengang und dem Bachelorstudium? Warum haben Sie sich entschieden, in Heidelberg zu studieren? Was machen Sie bei einer Krankenversicherung? Dies waren Fragen, die Lisa Brittinger gestellt wurden, die am 30. November 2017 im Rahmen der Reihe „Mittags zur Uni“ über ihr Studium und ihre Arbeit erzählte.

Nach dem Abitur 2002 studierte Frau Brittinger in Heidelberg Mathematik mit dem Studienziel Diplom. Auf die Frage: „Warum denn ausgerechnet Heidelberg?“ kam die prompte Antwort: „Wegen der tollen Atmosphäre in der Stadt, der Übersichtlichkeit der Universität und des guten Angebots in Mathematik“. Im Anschluss berichtete sie vom (oft harten) Alltag des Mathestudiums: Vorlesungen zu verschiedenen Teilgebieten der Mathematik, Übungszettel lösen, Vertiefungsrichtungen wählen und mehr. 

Seit ihrem Abschluss arbeitet Frau Brittinger bei einer privaten Krankenversicherung und entwickelt dort Produkte – das heißt konkret: neue Tarife, die den Kunden angeboten werden. Viele Fragen drehten sich deshalb um das Thema: „Wie landet man eigentlich mit dem Studienfach Mathematik bei einer Versicherung?“ Die Referentin unterstrich mehrfach, dass im Studium neben dem Fachwissen vor allem Kompetenzen erworben werden, die heutzutage in allen Berufsfeldern wichtig sind: beispielsweise sich selbst zu organisieren und sich eine „Bahn“ durch das vielfältige Angebot der Universität zu schlagen. Insofern entspricht ihre heutige Tätigkeit natürlich nicht gänzlich der Ausbildung an der Universität – dafür ist ihre Arbeit aber enorm vielfältig: die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen koordinieren, neue Tarife rechnerisch und rechtlich überprüfen und Projekte vorantreiben – um nur einen Teil der Aufgaben zu nennen.

Auf die Frage, ob die Mathematik nicht eine reine Männerdomäne sei, gab es ein klares Dementi: Etwa 30 bis 40 % der Studierenden seien Frauen, bei ihrem Arbeitgeber seien Frauen sogar in der Mehrzahl. Hierbei hob sie die generell guten Arbeitsbedingungen in der Versicherungsbranche hervor: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Arbeit in Teilzeit und hoher Urlaubsanspruch. Da kam der ein oder andere Schüler ins Nachdenken: „Vielleicht auch für mich eine Option?“ 

Stefan Jarkulisch