Und nach dem Abi? - Chinesisch-Kenntnisse perfektionieren in Shanghai! – Konstantin Münchow berichtet

Wie mehrere seiner Mitschüler, hat auch Konstantin Münchow aus dem Abi-Jahrgang 2017 sich dafür entschieden, nach seinem Abitur zunächst einmal in Shanghai zu bleiben um seine in der Schule erworbenen Chinesisch-Kenntnisse weiter zu vertiefen. Sein spontanes Angebot, unseren Schülern über diesen sinnvollen Schritt nach dem Schulabschluss zu berichten, haben wir gerne angenommen.

Vor einem Jahr selbst noch Zuhörer in der Reihe "Mittags zur Uni", gab er am 21. November 2017 nun als Referent allen Chinesisch-Schülern der 12. Klassenstufe einen Einblick in seinen Chinesisch-Sprachkurs an der Eastern China Normal University (ECNU), der sich in seiner Organisation gar nicht so sehr vom schulischen Alltag unterscheidet. Nach der Einschreibung arbeiten die Lernenden je nach Vorkenntnissen auf unterschiedlichen Niveau-Stufen, auch können Schwerpunkte gewählt werden (z.B. Business-Chinesisch). Konstantins Stundenplan zum Beispiel umfasst 29 Wochenstunden mit verschiedenen Modulen (z.B. Intensive Reading oder Listening & Spoken Skills) mit meist nicht mehr als 15 Teilnehmern. Laut Konstantin fördert das gemeinsame Lernen mit Teilnehmern aus vielen anderen Ländern, Kulturen und Altersgruppen sowie das Eintauchen in das chinesische Lernumfeld (und damit auch in den "Shanghai-Lifestyle") sowohl die Lernmotivation als auch den Lernfortschritt (circa 100 neue Schriftzeichen pro Woche) - ein Vorteil im Vergleich zu einem Chinesisch-Studium in Deutschland, denn auch in den Pausen spricht man auf dem sehr großen Campus der ECNU  Chinesisch. Regelmäßige Abfragen (auch Vokabeltests ...), Hausaufgaben und Ausspracheübungen (z.B. über Voicemail) sowie die Kontrolle der Anwesenheit verstärken den Lernerfolg, der durch entsprechende Zertifikate - auch im Rahmen von HSK-Prüfungen - bescheinigt wird. Konstantin bestätigte seine Zufriedenheit mit diesem (kostenpflichtigen) Studienangebot.

Frau Sarah Koch, Mitarbeiterin in der DSS Bibliothek, informierte zudem über ihr Studium der klassischen Sinologie in Deutschland (BA + MA), welches ihr Kenntnisse in chinesischer Sprache, Literatur und Kultur vermittelt und auch studienintegrierte Aufenthalte in China ermöglicht hat. Galt ihre Studienwahl vor einigen Jahren noch als relativ exotisch, so trifft das Sinologie-Studium an deutschen Hochschulen mittlerweile auf reges Interesse, vor allem auch in der Kombination mit anderen Studiengängen (z.B. internationale Politik- oder Wirtschaftswissenschaft). 

Frau Hahn hob die Bedeutung guter Chinesisch-Kenntnisse für den künftigen Werdegang der Schüler ebenfalls hervor, denn angesichts einer immer stärker globalisierten Wirtschaft können Bewerber mit vertieften Kenntnissen in der chinesischen Sprache und ihrer gelebten Erfahrung in der hiesigen Kultur bei Unternehmen sicherlich punkten.

So bieten sich auch nach dem Studium interessante Möglichkeiten, in die chinesische Sprache und Kultur weiter einzutauchen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst bietet zum Beispiel das 16-monatige Stipendienprogramm "Sprache und Praxis in China" an, um Hochschulabsolventen zu Fach- und Führungskräften für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit zu qualifizieren. Teilnehmer erhalten in China neben intensivem Sprachunterricht ein umfassendes Begleitprogramm mit Fachseminaren, Exkursionen und Firmenbesichtigungen. Der Alumni-Verein SP China bietet weitere Information zu diesem Programm sowie Unterstützung bei der Bewerbung unter info@spchina.de.

Auch dieses Angebot zeigt, dass ein fundiertes Wissen in chinesischer Sprache und Kultur auf jeden Fall gewinnbringend sein kann.

Susanna Hahn (Studien- und Berufsorientierung)