Präventionsangebote an der DS Shanghai Hongqiao - ein Überblick

Die Präventionsarbeit im Bereich Sucht soll Kinder und Jugendliche informieren, sie sozial festigen und das selbstsichere, bewusste Handeln stärken. Kinder und Jugendliche sollen befähigt werden, Entscheidungen über ihr eigenes Handeln treffen zu können sowie alternative Handlungsmöglichkeiten abzuwägen. Zudem lernen sie sich selbst einzuschätzen sowie eigene Stärken und Schwächen zu erkennen. Das bedeutet sich selbst und sein Verhalten zu reflektieren und über mögliche Konsequenzen nachzudenken und dies auch seinen Mitmenschen zuzugestehen.

Auf dieser Grundlage ist die Suchtprävention sowohl im Schulcurriculum als auch in zusätzlichen Projekten verankert. Diese Elemente der Suchtprävention der DS Shanghai Hongqiao werden von Sozialpädagoginnen und -pädagogen des Cocu-Teams durchgeführt.

Die gemeinsame Erarbeitung eines Handlungsleitfadens Suchtprävention mit Vertretern aller Mitglieder der Schulgemeinschaft ist ein essenzieller Bestandteil unseres Präventionskonzeptes.

Im Vordergrund der Präventionsarbeit steht die Kontinuität der Maßnahmen. Neben der altersgerechten Vermittlung von Kenntnissen, sollen Schülerinnen und Schüler vor allem Kompetenzen erlangen, die sie unterstützen, schwierige Situationen zu meistern und gesunde Entschlüsse zu fassen. Die Angebote unserer Schule sind entsprechend auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen jeder Altersstufe zugeschnitten. Schritt für Schritt unterstützen wir die Heranwachsenden von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II dabei, sich zu reflektierten und sich zu gefestigten Persönlichkeiten zu entwickeln.

Klasse 1-4:

  • Persönlichkeitsstärkung: Der Ethikunterricht zum Thema „Gruppen- und Persönlichkeitsstärkung" wird durch Theorie- und Praxiselemente durch die Schulsozialarbeit begleitet. Die frühzeitige Vermittlung sozialer Kompetenzen, ein gesundes Selbstbild und Sicherheit im eigenen Umfeld sind elementar für die Entwicklung einer starken Persönlichkeit, die fähig ist gesunde Entscheidungen für sich und ihr Wohlbefinden zu treffen.
  • Prävention vor sexuellem Missbrauch: Beginnend in Klasse 1 steht die Gewahrwerdung persönlicher Grenzen im Zentrum der teils spielerischen Einheiten. Anhand von Rollenspielen, Buchbesprechungen und Erarbeitung von Handlungsstrategien wird das Bewusstsein von Mädchen und Jungen geweckt, wieviel Nähe jeder einzelne zulassen möchte und wie man „Nein“ sagen lernt. Das Angebot der Schulsozialarbeit für die Klassen findet kontinuierlich statt und ist den Jahrgangsstufen angemessen.

 

Klasse 5:

  • Sicherheit im Netz: „Neue Medien“ sind eigentlich gar nicht mehr so neu. Handy, Internet, Computer, Tablet-PCs, soziale Netzwerke, Online-Spiele etc. sind mittlerweile bei vielen Menschen Bestandteil des Lebens. Sei es um kurz mal einen Begriff zu „googlen“ oder mit einer Online-Karte den Weg zur Verabredung zu suchen, zu chatten oder gar sich zu bewerben. Um diese Möglichkeiten effektiv nutzen zu können, braucht man vor allem eines: „Wissen“. Der Schwerpunkt liegt auf der Beantwortung folgender Themen: Wie kann ich meine Privatsphäre schützen? Was sind gute bzw. schlechte Passwörter? Wie kann ich mich wehren, wenn mein Account gehackt oder ein Fake-Account von mir erstellt wurde?
  • Gruppenstärkung: Aufbauend auf die in der Grundschule erlangten Kompetenzen bietet die Schulsozialarbeit in der Sekundarstufe Gruppen- und Persönlichkeitsstärkung für Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen an. Dies geschieht vor allem im Rahmen des Klassenrates und des Teambuildings mit den einzelnen Klassen, um gruppendynamische Prozesse anzustoßen. Der Klassenverband berät, diskutiert und entscheidet gemeinsam über selbst gewählte Inhalte, Regeln und Maßnahmen. Im Anschluss kann diese Methode von Klassen in ähnlicher oder altersadäquater angepasster Form fortgeführt werden.

 

Klasse 6:

  • Gewaltprävention: Bei der Gewaltprävention werden anhand von Rollenspielen verschiedene Wege aufgezeigt, wie gewalttätige Auseinandersetzungen vermieden werden bzw. richtig mit ihnen umgegangen werden kann. Unter anderem werden Methoden der Konfliktlösung, wie zum Beispiel Mediation oder Streitschlichtung, genutzt.
  • Körperwahrnehmung: Die körperlichen und psychischen Entwicklungen und Veränderungen verunsichern viele Kinder und Jugendliche beim Eintreten der Pubertät. Im Rahmen des Biologieunterrichts betrachten die Schülerinnen und Schüler den körperlichen Wandel, wodurch der Bezug zum eigenen Körper gestärkt wird. In diesem Kontext werden bereits einige Verhaltenssüchte thematisiert.

 

Klasse 7:

  • Cybermobbing: In Klasse 7 werden die ersten Kenntnisse aus Klasse 5 vertieft und in Rollenspielen und anderen gruppendynamischen Methoden tiefer in das Thema eingetaucht. Die Schülerinnen und Schüler werden dafür sensibilisiert, was Cybermobbing ist, welche Auswirkungen es haben kann und welche Möglichkeiten es gibt, sich zu schützen und zu wehren.
  • Suchtmittel (legale und illegale Drogen): Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 setzen sich über mehrere Tage intensiv mit Sucht und Drogen auseinander. Dabei ist nicht der „erhobene Zeigefinger“ und damit die reine Abschreckung das Ziel. Neben der Vermittlung von Kenntnissen über die Suchtmittel steht das Erlangen von Kompetenzen im Fokus. Das Bewusstwerden des eigenen Handelns und damit die Ich-Stärkung, um ein riskantes und süchtiges Verhalten zu verhindern, sind wichtige Grundlagen der Projekttage. Mit Hilfe verschiedener Elemente wie theaterpädagogischen Methoden, Planspiel, offenen Gesprächsrunden, Kooperationsübungen oder Selbstwahrnehmungsübungen arbeiten wir dieses Thema mit den Jugendlichen auf.

 

Klasse 8:

  • Rauchen: Aufbauend auf die Vorkenntnisse aus Klasse 7 wird im Biologieunterricht zum Thema Atmung die Schädlichkeit des Rauchens auf den Organismus genauer betrachtet und Risiken thematisiert.
  • Essstörungen: Die Schwerpunkte liegen auf geschlechterspezifischen Schönheitsidealen, den Einfluss der Medien, gesunde Ernährung sowie die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Gemeinsam wird versucht mit den Jugendlichen herauszufinden, was sie brauchen, um mit sich zufrieden zu sein und sich in der eigenen Haut wohlzufühlen. Dabei ist das Wissen über Essstörungen, deren begünstigende Faktoren und ggf. Hilfemaßnahmen ein wesentlicher Teil, um eine Prävention oder ein frühzeitiges Eingreifen zu ermöglichen.
  • Peer-Education Suchtmittel: Ausgewählte Jugendliche der Klassen 8 („Peers“) bekommen während eines mehrtätigen Seminars Fachwissen zum Thema „Sucht und Drogen“ sowie themenspezifische Kompetenzen vermittelt, die sie an ihre Mitschüler weitergeben können. Die Peers werden von Ansprechpartnern aus dem Kollegium auf ihre Arbeit mit den Klassen vorbereitet und ganzjährig unterstützt. Hier geht es nicht nur um die reine „Stoffkunde“ und das Kennenlernen der verschiedenen legalen bzw. illegalen Drogen, sondern auch darum, welche Folgen eine Sucht für den Süchtigen, und das gesamte Umfeld haben kann. Die Themen sind auf die Bedürfnisse der Jugendlichen abgestimmt. Als Multiplikatoren können sie die Rolle von „Informationsträgern“ und „Wissensvermittlern“ in ihren Klassenstufen übernehmen. Sie geben ihr Wissen an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weiter und vermitteln somit auf Augenhöhe. Dies hat den Vorteil, dass auch unkonventionellere Fragen schneller und ganz ohne Scham in einer Atmosphäre angesprochen werden, die auch zur sachgerechten Diskussion gesunder und ungesunder Lebensweisen einleiten können.                              

 

Klasse 9:

  • Welt-Aids-Tag (Prävention vor sexuell übertragbaren Krankheiten): Jedes Jahr findet am 1. Dezember in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Ethik und Biologie sowie dem Cocu-Team ein Projekttag zum Weltaidstag statt. Themen sind: Übertragungsrisiken und Übertragungswege von Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, Informationen über den Krankheitsverlauf sowie Therapiemöglichkeiten in der modernen Medizin. Außerdem wird in geschlechterspezifischen Kleingruppen über Schutzmaßnahmen informiert sowie Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortet.
  • Rechtlicher Rahmen Suchtmittelkonsum/-besitz in China: Ein Mitarbeiter des deutschen Konsulates in Shanghai berichtet Schülerinnen und Schülern ab Klasse 9 über die Richtlinien, die in China zum Besitz und Konsum illegaler Drogen gelten. Aufgezeigt werden ebenfalls die Konsequenzen, die dies für Betroffene und deren Familien haben kann. Um die Anonymität der Schülerinnen und Schülern zu wahren, werden anschließende Diskussionen mit dem Konsulatsmitarbeiter ohne die Anwesenheit einer Lehrkraft oder eines Mitarbeiters der Schule geführt.

 

Klasse 10:

  • Rauchen und Alkohol: Maßnahmen zur Gesunderhaltung des Nervensystems werden im Biologieunterricht thematisiert. Im Fokus stehen gesunde und gesundheitsfördernde Lebensweisen. Die Vermeidung von Rauchen, Drogen- und Alkoholmissbrauch spielen dabei eine entscheidende Rolle.
  • Rechtlicher Rahmen Suchtmittelkonsum/-besitz in China: Wie in Klasse 9 berichtet ein Mitarbeiter des deutschen Konsulates in Shanghai zu den Richtlinien, die in China zum Besitz und Konsum illegaler Drogen gelten. Die anschließende Diskussion wird zur Anonymitätswahrung der Schülerinnen und Schüler ohne Anwesenheit der Lehrkraft geführt.

 

Klasse 11:

  • Rechtlicher Rahmen Suchtmittelkonsum/-besitz in China: Nach Klasse 9 und 10 informiert ein Mitarbeiter des deutschen Konsulates in Shanghai erneut in Klasse 11 über gesetzliche Rahmenbedingungen zum Besitz illegaler Drogen in China. Fragen werden in der anschließenden Gesprächsrunde anonym ohne Präsenz einer Lehrkraft gestellt.

 

Klasse 12:

  • Wirkungen von Nervengiften: Im Rahmen des Biologieunterrichtes erarbeiten die Schülerinnen und Schüler, welche biologische Wirkung Nervengifte auf Muskeln und Synapsen haben. Die Wirkung von Alkohol und Opiaten als Nervengifte mit Suchtpotenzial werden noch einmal explizit thematisiert. Ebenso werden Gesundheitsgefährdung und gesellschaftliche Probleme durch Alkoholkonsum erklärt und diskutiert.

Beratung für Eltern

Zusätzlich zu der oben genannten Präventionsarbeit mit den Schülerinnen und Schülern finden in der Regel in jährlichem Rhythmus folgende Elternveranstaltungen statt:

  • Prävention vor sexuellem Missbrauch
  • Informationen zum rechtlichen Rahmen von illegalen Suchtmitteln in China

Weiterführende Links zum Thema Suchtprävention

 

Essstörungen

 

Suchtmittel

 

"Neue" Medien

 

Prävention vor sexuellem Missbrauch