Mathecamp 2015 in Hong Kong

 

In dem alljährlich stattfindenden Mathecamp treffen sich Schüler der 10. und 11. Klassen aus den Deutschen Schulen Seoul, Hong Kong, Peking und Shanghai, um sich ein paar Tage auszutauschen und gemeinsam Mathe zu machen. Dieses Jahr fand das Treffen vom 11. bis 14. März 2015 in der „Hong Kong Young Woman’s Christian Association“ statt. Sich zwei Tage durchgehend mit Mathe zu beschäftigen, klingt für den einen oder die andere vielleicht etwas abschreckend, für die meisten von uns war es jedoch ziemlich aufregend und spannend.

Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den Seminaren beziehungsweise Workshops. Wir hatten am Donnerstag und Freitag die Möglichkeit, uns für vier von acht angebotenen Workshops zu entscheiden. Die Dauer betrug immer ungefähr drei Stunden. Es wurden dabei die verschiedensten Themenbereiche abgedeckt.

Wer gerne etwas mit Computern macht, konnte sich zum Beispiel für „Programmieren“, „Splines“ oder „CAS“ anmelden. In anderen Kursen wurde sich mit Mathematik auseinandergesetzt, die eigentlich erst im Studium behandelt wird, wie „Taxigeometrie“ oder „Gruppentheorie“. Es gab sogar ein philosophisches Seminar über die „Gödelsche Unvollständigkeit“.

Für die, denen diese Themen nicht viel sagen, reicht vielleicht so viel Info: Alle Kurse waren sehr interessant und es war angenehm zur Abwechslung mal nicht unter Leistungsdruck zu stehen.

Am zweiten Tag fand nur noch ein Seminar statt, dann durften wir endlich nach “Central” Hong Kong. Dazu mussten wir erst mal eine Stunde mit der Fähre fahren, da unsere Unterkunft sich auf der Insel Lantau befand. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und uns wurde eine Karte und ein Aufgabenzettel, welcher allerlei mathematische Probleme beinhaltete, ausgeteilt. Die Lösung dieser Probleme sollte uns entlang einer, auf der Karte verzeichneten, Route führen. So würde man gleichzeitig auch an allen relevanten Sehenswürdigkeiten vorbeikommen. An diese Vorgaben hielten sich jedoch die Wenigsten. 

Die Gruppen zogen los und schauten sich an, worauf sie gerade Lust hatten. Auch so kamen alle dazu, die Skyline von Hong Kong Island von Kowloon, die sich auf dem Festland befindet, aus zu bestaunen. Oder vom Peak, einem Berg, der sich direkt hinter den Hochhäuserreihen Hong Kongs befindet, einen hervorragenden Blick auf den Victoria Harbour und somit die gesamte Stadt zu erhaschen. Auch das Essen wurde von jeder Gruppe selbst organisiert, was angesichts des enormen Angebots in Hong Kong kein Problem darstellte. Nach dem Abendessen folgte noch die tägliche Lasershow, die über den Dächern der Hochhäuser zu sehen ist.

Am Ende dieses Tages fuhren wir mit der Fähre wieder nach Lantau und von dort mit dem Bus zurück zu unserer Unterkunft.So endete der letzte richtige Tag unseres Camps. Am nächsten Tag fanden noch Siegerehrungen statt und dann ging es Richtung Flughafen, von wo wir uns, nach einem abwechslungsreichen und aufregenden Mathecamp, wieder auf den Weg nach Shanghai machten.

Joel Weingart und Julia Josten