Erfahrungsbericht eines Schülers zur bundesweiten Mathematik-Olympiade in Greifswald

Jim Zhao (4.ter von links) mit anderen Schülern von deutschen Auslandsschulen bei der 4. Runde der Mathematikolympiade


Spaß an Algebra, Kombinatorik, Logik und Co. - das ist alles, was man bei der Mathematik-Olympiade mitbringen sollte, natürlich neben anderen Utensilien, wie Bleistift, Zirkel, Geodreieck und Schmierpapier.

Die DS Shanghai EuroCampus hat sich auch im Schuljahr 2013/2014 daran beteiligt und ich habe daran teilgenommen.

Wie alles begann

Begonnen hat alles im Oktober 2013, als die Aufgaben zur 1. Runde verteilt wurden. Diese Aufgaben waren noch relativ leicht zu bewerkstelligen, sodass ich mich für die 2. Runde im November qualifiziert hatte. Auch hier habe ich es mit etwas Anstrengung geschafft, mich neben zwei anderen Klassenkameraden, Shi Nan Li Gao (ehem. 10b) und Xin Zhou (ehem. 10b) für die 3. Runde zu qualifizieren. Nun galt es sechs Aufgaben zu lösen, drei an einem Tag, wofür uns ganze drei Zeitstunden gegeben wurden. Die waren aber auch wirklich notwendig, denn nun mussten wir ausführliche Beweise führen, die manchmal sogar mehrere Seiten lang waren.

Einladung zum bundesweiten Wettbewerb

Auch in dieser 3. Runde waren wir so erfolgreich, sodass unser Mentor Herr Ilg unsere Aufschriften zur Zentrale für Bundesweite Mathematik-Wettbewerbe geschickt hat. Und die Zentrale hatte geantwortet, dass ich als einer von fünf Auslandsschülern zum bundesweiten Wettbewerb, also der 4. Runde, eingeladen bin.
Nun hatte ich die Einladung dankbar angenommen, denn es war für mich eine sehr große Ehre daran teilzunehmen. Am 13. Juni 2014 bin ich also in Greifswald, einer kleinen Stadt an der Ostsee angekommen, welcher der Austragungsort der bundesweiten Runde war.
Dort traf ich dann alle anderen Teilnehmer, darunter einige Freunde von früher, die sich auch qualifiziert hatten.  Nach der Ankunft stand ein Nachmittagsprogramm an, entweder ein Schachturnier, (wobei man es zu dritt gespielt hat), oder ein Beach Volleyball Turnier. Ich entschied mich für das letztere und schon wurde gebaggert und gepritscht, bis der Gewinner ermittelt worden war.  Natürlich stand das Kennenlernen eher im Mittelpunkt, und das war beim Beach Volleyball auch möglich.

Zwei 4 1/2 stündige Klausuren

Bisher schien es nicht so viel nach Wettbewerb auszusehen, ich hatte jedoch meinen Spaß. Am nächsten Tag begann aber schon der Wettbewerb mit einer 4 1/2 stündigen Klausur, wieder vier Aufgaben, aber um so viel schwieriger und abstrakter als zuvor, dass ich gerade einmal anderthalb Aufgaben lösen konnte. Dieser Sprung an Schwierigkeit war aber auch selbstverständlich, immerhin traten hier die besten Matheköpfe Deutschlands gegeneinander an.
Nach der Klausur gab es wieder Nachmittagsprogramm, abends habe ich mit neu kennen gelernten Leuten wieder Beach Volleyball gespielt und schon war der 1. Tag um.

Am 2. Tag gab es wieder ein Klausur, genauso lang, genauso viele Aufgaben. Dieses Mal schienen sie etwas leichter, zumindest konnte ich jetzt zwei Aufgaben lösen. Und schon wieder gab es ein Nachmittagsprogramm, abends wieder Beach Volleyball, aber der Tag war noch nicht um, denn es war der letzte Tag in Greifswald und alle wollten nach den zwei anstrengenden Klausuren Spaß haben und wir haben Karten gespielt. Als es dann 2 Uhr in der Früh war, wurde ich langsam schläfrig, doch die anderen waren hauptsächlich noch relativ wach. Um 4 Uhr konnte ich es nicht mehr aushalten und bin schlafen gegangen.

"Das war ziemlich zufriedenstellend"

Am nächsten Morgen haben wir auch die Ergebnisse unserer Klausuren bekommen und ich hatte 16 von 40 Punkten. Das war ziemlich zufriedenstellend, denn es war meine erste Teilnahme an der bundesweiten Runde und ich hatte nicht, wie die meisten Teilnehmer vor dem Wettbewerb eine Vorbereitung darauf bekommen. Trotzdem war mit dieser Punktzahl kein Preis und keine Anerkennung verbunden, dafür hätten wir noch 2 Punkte gefehlt. 

Trotzdem fand ich, dass meine Teilnahme sehr gelungen war, denn ich hatte die Möglichkeit mit vielen neuen Leuten mich auszutauschen und wie man so schön sagt: „Dabei sein ist alles!“

Jim Zhao, 11b

Foto von Topfotografie