Realschule - In Shanghai den Mittleren Schulabschluss erwerben

Die Deutsche Schule Shanghai wird in den Klassen 5-12 als Gymnasium geführt. Der Mittlere Schulabschluss wird durch den erfolgreichen Abschluss der Klasse 10 der Realschule erworben. Am Ende der Klasse 10 nehmen die Realschüler an einem offiziellen Prüfungsverfahren gemäß der Prüfungsordnung für den Abschluss der Sekundarstufe I an deutschen Auslandsschulen teil. Die Prüfungen beinhalten zwei schriftliche Prüfungen (mögliche Fächer: Deutsch, Englisch, Mathematik) und eine mündliche Abschlussprüfung. Der Abschluss wird basierend auf den Ergebnissen dieser Prüfungen in Kombination mit den Ganzjahresnoten in allen unterrichteten Fächern vergeben.

Unterrichtsangebote  für Realschüler

Der Unterricht im Klassenverband sowie in den eigenen Realschulgruppen und -klassen erfolgt innerhalb weitgehend übereinstimmender, an gymnasialen Lehrplänen ausgerichteter Lernangebote. Entsprechend dem Prinzip größtmöglicher Durchlässigkeit ist bei ähnlichem Unterrichtsangebot, aber binnendifferenzierter Beurteilung bis in Klasse 8 hinein die Möglichkeit zur Umstufung zwischen den Schulformen gewährleistet. Die Entscheidung darüber fällt auf Antrag der Eltern allein die Klassenkonferenz.

Bei Belegung des Faches Französisch erfolgt der Unterricht in gymnasialen Lerngruppen unter Berücksichtigung der Prinzipien binnendifferenzierenden Unterrichts.

Die Schule bemüht sich darum, realschulspezifischen alternativen Unterricht zu Französisch anzubieten (z.B. „Informationstechnische Grundlagen“, „Umwelt und Technik“, Handwerkliches Gestalten“, „Business@School“). Die Realisierung dieses Angebots ist von der Verfügbarkeit der Lehrkräfte sowie von Bedarf und Zusammensetzung einzelner Jahrgänge abhängig.

Am Ende der Klasse 9 absolvieren Realschüler ein erstes Betriebspraktikum. Der fremdsprachige Geographie- und bilinguale Geschichtsunterricht richtet sich an Gymnasiasten. Realschüler können auf Antrag der Eltern daran teilnehmen. Die Entscheidung über die Zulassung liegt bei den Fachlehrern der jeweiligen Klassen für den fremdsprachigen Sachunterricht. Es erfolgt keine schulformgerechte Binnendifferenzierung.

Ziele der Realschulbildung

In deutschen Schulsystemen vermittelt die Realschule mit dem Mittleren Schulabschluss nach Klasse 10 ihren Schülern eine erweiterte allgemeine Bildung, die sie entsprechend ihren Leistungen und Neigungen durch Schwerpunktbildung befähigt nach Maßgabe der Abschlüsse ihren Bildungsweg in berufs- und studienqualifizierenden Bildungsgängen fortzusetzen.

An der Realschule vermittelte Lerninhalte ähneln in weiten Teilen denen der Sekundarstufe I (Klasse 5-10) des Gymnasiums. Die Realschule zielt auf eine solide theoretische Allgemeinbildung, jedoch werden bestimmte Stoffbereiche vergleichsweise weniger vertieft. Die Realschule erfährt ihre Spezifik durch eine praktische lebens-, berufsorientierende und berufsvorbereitende Komponente. Die Fächer im Unterrichtsbereich Soziales, Wirtschaft und Technik werden oft durch ein Wahlpflichtangebot (2. Fremdsprache, Realschulfach o.ä.) ergänzt. Der wesentliche Unterschied zwischen den Schulformen Realschule und Gymnasium besteht in einer Unterrichtsmethodik, die Lerninhalte zum Selbsterwerb durch die Schüler stärker aufbereitet und durch intensivere Übungsphasen mehr Zeit für die Festigung des Gelernten aufwendet, um so den Lernvoraussetzungen der Schüler besser gerecht zu werden.