Therapeutisches Klonen – Mord oder Fortschritt?


Das fächerverbindende Projekt in Biologie und Ethik mit einer Diskussionsrunde in der Klasse 10a

Wenn die Therapie bislang unheilbarer Krankheiten ermöglicht werden könnte, dann sollte dies wohl zu allgemeiner Anerkennung und positiven Reaktionen führen. Doch wenn diese neuen Heilungsverfahren auf der Technik des therapeutischen Klonens basieren, dann gehen die Meinungen der Bevölkerung weit auseinander.
Denn die Gewinnung der embryonalen Stammzellen, die bei dem Spender des Zellkerns zu therapeutischen Zwecken verwendet werden können, bringt ethische Bedenken mit sich.

Um das Für und Wider des therapeutischen Klonens aus verschiedenen Sichtweisen zu belichten, hatten wir die Möglichkeit, eine die Fächer Biologie und Ethik übergreifende Diskussionsrunde zu veranstalten. 

Vorbereitung auf die Diskussion

Zur Vorbereitung auf diese Diskussion haben wir einerseits in Biologie die wissenschaftlichen Aspekte,  andererseits in Ethik die ethische Vertretbarkeit des therapeutischen Klonens erörtert.

Nachdem wir uns alle über das Thema und seine Tragweite im Klaren waren, konnten wir uns verschiedene Rollen wichtiger pro und contra Parteien aussuchen, die wir in der anschließenden Diskussionsrunde vertreten würden.  Dazu gehörten: Wissenschaftler, Politiker, Juristen, Theologen, Ethiker und ein betroffenes Ehepaar.

Nach gründlichen Recherchen zum Meinungsbild der zu vertretenden Gruppe über das therapeutische Klonen, fand am  8. März 2013 die Diskussionsrunde in unserer Klasse statt.

"Wie in einer echten Talkshow"

“Willkommen in unserer heutigen Talkshow mit dem Thema 'Vertretbarkeit des therapeutischen Klonens' “
Wie in einer echten Talkshow, gab es auch bei uns Moderatoren und jeweils einen Vertreter der zuvor genannten Rollen, die in einem Kreis in der Mitte des Klassenzimmers ihre Sichtweisen zum Thema präsentierten und die Argumente der anderen zu widerlegen versuchten.
Der Rest unserer Klasse fungierte als aufmerksames Publikum, das jederzeit dem Repräsentanten seiner Gruppe mit neuen Argumentationen und Information zu Hilfe kommen konnte.

Schon zu Beginn der Diskussionsrunde wurde uns klar, dass die Meinungen der verschiedenen Gruppen zur Vertretbarkeit des therapeutischen Klonens so weit auseinander gingen, dass ein völliges Übereinkommen in diesem Thema wohl kaum möglich sei.

Viele unterschiedliche Meinungen

Vor allem der Vertreter der theologischen Sichtweise hatte es zeitweise sehr schwer, sich gegen das Unverständnis anderer Diskussionsteilnehmer zu behaupten. Da die kirchliche Definition zu Beginn menschlichen Lebens keine Forschung an befruchteten Eizellen zulässt und somit ohne jegliche Einschränkung gegen das therapeutische Klonen ist, gestaltete es sich als schwierig, die Anderen von dieser  Position zu überzeugen.

Die wohl drastischste Gegenmeinung zu der der Theologen besaßen die Wissenschaftler. Diese verteidigten die durch Forschung geschaffenen Möglichkeiten überzeugend.

Die Juristen glänzten mit ihrem Wissen über die Rechtslage und schufen in manchen Situationen Klarheit durch das Zitieren von Paragraphen.

Die Politiker bezogen sich vor allem auf wirtschaftliche Vorteile, die durch Forschung und den Vertrieb der dadurch resultierenden Behandlungsmöglichkeiten entstünden.

Schon die alten Philosophen formulierten ihre Ansicht zu Leben und Recht. So bezogen sich auch die Philosophen unserer Themenrunde auf alte und neue Grundsätze  der Ethik und zeigten somit ethische Grenzen und Zwiespälte auf.

Auch das Ehepaar, welchem es durch Fortschritte in der Gentechnik ermöglicht worden war, eine gesunde Tochter zur Welt zu bringen, bereicherte die Diskussion durch seinen persönlichen Erfahrungsbericht.

Fazit?

Doch wie schon zu Anfang vermutet, konnte man sich trotz einer spannenden und fairen Diskussion nicht auf eine Meinung einigen, die die Zustimmung aller Diskussionsteilnehmer fand.

In einer anschließenden Diskussion, in der jedes Klassenmitglied, unabhängig von seiner zugeteilten Rolle, seine persönliche Meinung preisgab, wurde jedoch ein positives Meinungsbild deutlich. Die Möglichkeiten, die das therapeutische Klonen mit sich bringen würde, wurden von uns als erstrebenswert angesehen. Auch wenn wir uns darin einig waren, dass eine strenge Kontrolle und genaue Beachtung der ethischen Grundsätze Voraussetzung zur Legalisierung des therapeutischen Klonens sei.

Ronja Jung, Celine Thiele und Miriam Birner, 10a