Fragen und Antworten zum Thema Feinstaub

Was ist der Air Quality Index?

Der AQI beschreibt, wie verschmutzt oder sauber die Umgebungsluft ist und welche damit verbundenen Gesundheitsrisiken auftreten können. Dabei fokussiert der AQI auf gesundheitliche Auswirkungen, die innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Einatmen belasteter Luft zu spüren sind. 

Der AQI wird für sechs Schadstoffe berechnet: Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffdioxid (NO2), Kohlenmonoxid (CO), bodennahes Ozon (O3), Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer (PM10) und weniger als 2,5 Mikrometer (PM2.5). Ein individueller AQI wird für jeden Schadstoff ermittelt, der endgültige AQI entspricht dem höchsten Wert der sechs individuellen AQI-Werte.

Zur Berechnung der AQI-Werte werden je nach Land unterschiedliche Formeln und Standards verwendet, daher sind die errechneten AQI-Werte in Europa, Amerika und China nur bedingt vergleichbar.  

Was ist Feinstaub?

Als Feinstaub, Schwebstaub oder englisch „Particulate Matter“ (PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der Atmosphäre verweilen. Die winzigen Partikel sind mit bloßem Auge nicht wahrzunehmen. Lediglich während bestimmter Wetterlagen kann man Feinstaub in Form einer „Dunstglocke“ sehen. Je nach Korngröße der Staubteilchen wird der Feinstaub in so genannte Fraktionen unterteilt: Unter PM10 versteht man alle Staubteilchen, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (das sind 10 Millionstel Meter) ist. Eine Teilmenge der PM10-Fraktion sind die feineren Teilchen, deren aerodynamischer Durchmesser weniger als 2,5 Mikrometer beträgt. Diese bezeichnet man als „Feinfraktion“ oder PM2,5 (im Gegensatz dazu den Größenbereich 2,5 bis 10 μm „Grobfraktion“). Die kleinsten von ihnen, mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometer (das sind 100 Milliardstel Meter), sind die ultrafeinen Partikel.

Aus welchen Quellen stammt Feinstaub?

Feinstaub kann natürlichen Ursprungs sein oder durch menschliches Handeln erzeugt werden. Stammen die Staubpartikel direkt aus der Quelle – zum Beispiel durch einen Verbrennungsprozess –, nennt man sie primäre Feinstäube. Als sekundäre Feinstäube bezeichnet man hingegen Partikel, die durch komplexe chemische Reaktionen in der Atmosphäre erst aus gasförmigen Substanzen, wie Schwefel- und Stickstoffoxiden, Ammoniak oder Kohlenwasserstoffen, entstehen. Wichtige vom Menschen geschaffene Feinstaubquellen sind Kraftfahrzeuge (PKW, LKW), Kraft- und Fernheizwerke, Abfallverbrennungsanlagen, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, der Schüttgutumschlag, die Tierhaltung sowie bestimmte Industrieprozesse. In Ballungsgebieten ist vor allem der Straßenverkehr eine bedeutende Feinstaubquelle. Dabei gelangt Feinstaub nicht nur aus Motoren – vorrangig aus Dieselmotoren – in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes auf der Straßenoberfläche. Eine weitere wichtige Quelle ist die Landwirtschaft: Vor allem die Emissionen gasförmiger Vorläuferstoffe aus der Tierhaltung tragen zur Sekundärstaubbelastung bei. Als natürliche Quellen für Feinstaub sind Emissionen aus Vulkanen und Meeren, die Bodenerosion, Wald- und Buschfeuer sowie bestimmte biogene Aerosole – Viren, Sporen von Bakterien und Pilzen, außerdem Algen, Zellteile, Ausscheidungen usw. – zu nennen.

Wo treten die höchsten und die niedrigsten Feinstaubwerte auf?

Die Spitzenwerte der Feinstaubbelastung in der Außenluft treten an Orten auf, die entweder durch ein hohes Verkehrsaufkommen – insbesondere bei hoher Bebauung in so genannten Straßenschluchten – oder industriell geprägt sind. Dies ist vor allem in städtischen Ballungsräumen und am Rande von Industriegebieten der Fall. Niedrige Feinstaubwerte werden in ländlichen Räumen fernab von Emissionsquellen gemessen. Großräumig treten erhöhte Feinstaubwerte von Zeit zu Zeit auf, wenn meteorologische Bedingungen wie niedrige Windgeschwindigkeit und winterliche Inversionswetterlagen vorherrschen, die zu einer Anreicherung von Feinstaub in den unteren Luftschichten führen.

Gibt es Feinstaub auch in Innenräumen?

Durch offene und undichte Fenster gelangt die belastete Außenluft auch in Innenräume. Emissionsquellen im Innenraum – Rauchen, Kerzen, Staubsaugen ohne Feinstfilter im Luftauslass, Bürogeräte, Kochen/Braten, offener Kamin usw. – können die Staubkonzentration, vor allem der ultrafeinen Partikel, erheblich erhöhen. Wegen der unterschiedlichen Herkunft der Feinstaubpartikel in der Außenluft und im Innenraum sind Feinstäube in ihrer Wirkung nicht direkt vergleichbar.

Warum ist Feinstaub schädlich für den Menschen?

Es ist erwiesen, dass das Einatmen von Feinstaub negativ auf den Gesundheitszustand des Menschen wirkt. Dies ist nicht nur dann der Fall, wenn sich an der Oberfläche von Stäuben gefährliche Stoffe wie Schwermetalle oder Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) anlagern. Auch die Staubpartikel selbst stellen ein Gesundheitsrisiko dar: Je kleiner die Staubpartikel sind, desto größer ist das Risiko zu erkranken. Kleine Partikel dringen nämlich tiefer in die Atemwege ein als größere. Dadurch gelangen sie in Bereiche, von wo sie beim Ausatmen nicht wieder ausgeschieden werden. Sie sind deshalb besonders gesundheitsschädlich.

Was kann jeder Einzelne zur Verringerung der Feinstaubbelastung beitragen?

Jeder Einzelne kann (auch in Shanghai) etwas zur Verringerung der Feinstaubbelastung beitragen, z. B.:

  • Fahrten mit dem eigenen PKW verringern, Fahrgemeinschaften nutzen
  • öffentliche Verkehrsmittel benutzen (ÖPNV, Bahn)
  • kurze Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen
  • Fahrgeschwindigkeit bei PKW-Fahrten reduzieren
  • Fahrzeuge mit geringem Kraftstoffverbrauch und Feinstaubausstoß benutzen, insbesondere neue Dieselfahrzeuge nur mit Partikel- und Stickoxidfilter der EURO 6-Norm kaufen
  • Altfahrzeuge mit vollwertiger Partikelabscheidung nachrüsten


In Haus und Garten:

  • Holzverbrennung in Kleinfeuerungsanlagen ohne Abgasreinigung – z.B. in offenen Kaminen und Einzelöfen – abstellen, Staubauswurf verringern, nur zulässigen Brennstoff wie abgelagertes, unbehandeltes Holz verwenden auf Laub- und Holzverbrennung im Garten verzichten
  • energiesparende und emissionsarme Gebäudeheizungen einsetzen: die „sauberste“ Lösung ist der mit Erdgas befeuerte Brennwertkessel mit NOx-armem Brenner


Vieles, was hilft, Energie zu sparen, dient auch der Verringerung der Luftbelastung mit Feinstaub und dessen Vorläuferstoffen. Die wichtigsten Mittel dabei sind die Erhöhung der Energieausbeute („Effizienz“) und die Nutzung erneuerbarer Energieträger, z.B.  

  • erneuerbare Energien zur Warmwasser- und Stromerzeugung nutzen (z.B. Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung auf dem Dach des Eigenheims) 
  • Wärmedämmung (indirekte Verringerung der Luftverschmutzung durch Energieeinsparung) 
  • energiesparsame Haushaltsgeräte einsetzen
  • Geräteleistung bewusst verringern.


DS PR/jok

Quelle für alle Fragen und Antworten: Umweltbundesamt