Luftqualität-Regelung am EuroCampus

Seit der Eröffnung der Schulen gilt an den beiden Standorten der Deutschen Schule Shanghai, dass bei nachweislich hoher Luftverschmutzung in der Umgebung der Schulen kein Sport mehr im Freien gemacht wird. Neue Messstationen und zum Teil veränderte Messverfahren sowie eine verbesserte und aktuellere Informationsbasis in Shanghai haben aber in den letzten Jahren nicht nur zu einer starken Sensibilisierung der Schulgemeinschaft und der Shanghaier Bevölkerung beigetragen, sondern auch neue Verfahren und Regeln im Umgang mit stundenaktuellen Werten an den Schulen nötig gemacht. Die Schulleitungen und der Schulverein haben sich dazu von Behörden und Experten beraten lassen, den Botschaftsarzt konsultiert und sich mit den anderen internationalen Schulen in Shanghai ausgetauscht. Gleichzeitig wurden an beiden Standorten verschiedene Optionen für den Umgang mit erhöhten Feinstaubbelastungen und Messwerten im Detail geprüft und auf Praktikabilität getestet, um ein leicht verständliches Regelwerk zu schaffen, dass einerseits die Gesundheitsgefährdung der Kinder durch Feinstaub in Shanghai so weit wie möglich reduziert und andererseits im Schulbetrieb umsetzbar bist.

Vorstand und Schulleitungen haben für beide Standorte in dem Bewusstsein, dass in der Zukunft möglicherweise weitere Anpassungen nötig werden, ein Modell festgelegt, mit dem bisher die besten Erfahrungen gemacht wurden. 

Beide Schulen arbeiten mit einem Ampel-System, bei dem rote, gelbe oder grüne Lichter auf dem Schulgelände anzeigen, wie hoch die aktuelle Luftverschmutzung gemessen am Air Quality Index (AQI) in der Umgebung der Schule ist.

Gemessen werden Feinstaubpartikel (englisch "Particulate Matter), deren Durchmesser weniger als 2,5 Mikrometer (PM 2.5) beträgt und die als besonders gesundheitsgefährdend gelten. Der PM 2.5 Wert wird einer Messstation in der Nähe der Schule entnommen und der aktuelle AQI auf dieser Basis errechnet. Der AQI-Wert an der Schule kann deshalb von den AQI-Werten der verbreiteten Apps auf Smartphones oder anderen Quellen abweichen.

Für die Schulen gelten folgende Regeln und Grenzwerte:

  • AQI bis 150 (grünes Licht): keine Einschränkungen
  • AQI ab 151 (oranges Licht): Schüler mit Atembeschwerden oder Asthma bekommen das Signal, sich selbstständig zurückzunehmen. Auf Wunsch der Eltern können sensitive Gruppen vom Sportunterricht im Freien befreit werden.
  • AQI 201-300 (rotes Licht): Kein Sportunterricht oder AG's im Außenbereich. Pausen im Außenbereich und Sportunterricht im Innenbereich können je nach der Situation vor Ort nach dem Ermessen der Schulleitungen freigegeben werden.
  • AQI ab 301 (rotes Licht): Zwingend kein Sportunterricht Innen und Außen. 

Wer misst/liest die Werte ab?

Das Cocu-Team stellt die Werte mehrmals am Tag fest und stellt je nach Messung die Ampel ein. So ist es möglich, flexibel auf Veränderungen reagieren zu können.

Wie wird gemessen?

Schritt 1: 

Werte ablesen auf: http://www.semc.gov.cn/aqi/home/Station.aspx (dort nehmen wir den PM 2.5 = stündlichen Wert der nächsten Messstation zur Schule)

Der hellblau markierte Bereich ist die nächste Messstation zum EuroCampus



Schritt 2:

Der abgelesene Messwert (im Beispiel hellblau) wird in einen AQI-Rechner übertragen: http://www.airnow.gov/index.cfm?action=resources.conc_aqi_calc

 

Der AQI-Rechner ermittelt bzw. errechnet die aktuellen AQI-Werte für unsere Umgebung.

Es gelten die von uns ermittelten und von uns angezeigten Messwerte, die wir schulintern per Fahnensignal an die Lehrer und Schüler weitergeben.

Das momentane Vorgehen betrachten wir auch im Vergleich zu den anderen internationalen Schulen in Shanghai als eine umsichtige Regelung im Sinne unserer Kinder und der Eltern. Es handelt sich aber durchaus auch um eine Regelung, deren Umsetzung wir weiter genau analysieren und gegebenenfalls noch verfeinern bzw. anpassen müssen.

Luftwerteregelungen im Vergleich

Die Übersicht gibt es hier als Download (PDF).

Alle Informationen zusammengestellt von DS PR / Jochen Klein