Geschichtsexkursion zur Gedenkstätte des Nanjing Massakers von 1937

Das Massaker von Nanjing, in der der damaligen chinesischen Hauptstadt, war ein Kriegsverbrechen, das im Zweiten Japanisch-chinesischem Krieg von japanischen Truppen verübt wurde. Dabei starben ungefähr 300 000 Menschen, davon geschätzt 200 000 Zivilisten. Dieses Massaker gilt als eines der brutalsten und menschenverachtendsten Kriegsverbrechen.

Jedes Jahr fahren die Geschichtskurse der 12. Klassen der Deutschen Schule im Rahmen der Unterrichtseinheit ‚Der zweite Weltkrieg‘ nach Nanjing, um die Gedenkstätte des Massakers zu besichtigen.

Dieses Jahr waren also wir an der Reihe.

Donnerstag, den 8. November 2012, nach dem Mittagessen ging es mit dem Schnellzug los nach Nanjing. Dort angekommen, ließen wir den Tag ruhig ausklingen. Am nächsten Morgen ging es dann mit verschiedenen Arbeitsaufträgen los in Richtung Museum.

Schon von außen war die Gedenkstätte einzigartig anzusehen. Die Form eines Schiffes, welches symbolisch für Frieden steht, soll die Hauptaussage der Ausstellung unterstreichen. Das Betrachten der Statuen im Eingangsbereich verlieh uns einen Eindruck von dem, was uns im Inneren des Museums erwartete.


Wir folgten unserem Guide Mr. Hu und betraten die Hauptausstellungshalle, in der uns unzählige Schwarz-Weiß-Fotos und andere Ausstellungstücke erwarteten.

Die Eindrücke waren überwältigend, die Stimmung bedrückt. Wir machten uns in kleineren Arbeitsgruppen auf den Weg. Die einen waren auf geheimer Foto-Mission unterwegs (Das Fotografieren war eigentlich strengstens untersagt), die anderen versetzten sich in die Lage der dargestellten Akteure und verfassten Tagebucheinträge.

Nach gut zwei Stunden versammelten wir uns wieder und führten den weiteren Weg zusammen fort. Vorbei an gegossenen Fußabdrücken der Überlebenden ging es in Richtung Ausgrabungsstätte. Dort angekommen, betrachteten wir mit Schrecken die Skelette von hunderten Menschen, teilweise Kleinkindern oder Babys.

Erst dort wurde vielen von uns bewusst, dass das alles wirklich geschehen war, dass diese Skelette mal echte Menschen waren und sie genau an diesem Ort, an dem wir uns befanden, brutal ermordet worden waren.

Nach diesem eindrucksvollen Besuch des Museums begaben wir uns zurück ins Hotel und arbeiteten dort weiter an unseren Arbeitsaufträgen.


Nach drei Stunden größter Konzentration und einer etwas hektischen Fahrt zum Bahnhof erreichten wir den Zug gerade noch rechtzeitig und traten den Rückweg nach Shanghai an.

Insgesamt waren die Exkursion und die Besichtigung des Museums eine sehr überwältigende Erfahrung. Viele Bilder werden uns allen wohl noch sehr lange im Gedächtnis bleiben

Johanna Schaumann

Fotos © DS Shanghai / Sebastian Jacobsen