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Sprache spielend lernen

Die Schaubühne ist mehr als jede andere öffentliche Anstalt des Staats eine Schule der praktischen Weisheit, ein Wegweiser durch das bürgerliche Leben, ein unfehlbarer Schlüssel zu den geheimsten Zugängen der menschlichen Seele. {...}Die Schaubühne ist die Stiftung, wo sich Vergnügen mit Unterricht, Ruhe mit Anstrengung, Kurzweil mit Bildung gattet, wo keine Kraft der Seele zum Nachteil der andern gespannt, kein Vergnügen auf Unkosten des Ganzen genossen wird.“                                                                                       Friedrich Schiller

 

 

„Darstellendes Spiel“ im besten Sinne ist auf Schüler ausgerichtetes, ganzheitliches Lernen mit Körper, Herz und Verstand und verlangt ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und improvisatorisch-experimenteller Offenheit, an Teamgeist und Beharrlichkeit. Dieser zeitaufwändige Gruppenprozess ist von jener Multiperspektivität gekennzeichnet, die durch Qualifikation und Kompetenzerweiterung auf die komplexen Anforderungen der modernen Welt vorbereitet.

Das klingt nach einer Menge Arbeit. Und das ist es auch; allerdings scheint hinter all der Mühe auch so etwas wie sinnstiftender Spaß aufzukommen – Kinder und Jugendliche lieben das Theaterspiel, allen pessimistischen Prognosen zum Trotz!

Zum einen ist es wohl die unbewusste Suche nach selbstbestimmten Werten, zum anderen vermutlich auch das unausgesprochene Bedürfnis nach ganzheitlicher Entfaltung. Womit Schülerinnen und Schüler den Schiller-Idealen näher sind, als ihnen bewusst ist.

Glaubwürdiges Theaterspielen – wobei dies nicht ein verkrampftes Ringen um die perfekte Inszenierung ist – setzt eine solide Grundlagenarbeit voraus. Dies ist die Aufgabe, die sich das Unterrichtsfach „Darstellendes Spiel“ setzt.  Denn, um noch einmal mit Schiller zu sprechen, „der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“

In diesem Sinne - „Bühne frei!“

Raphael Solian