Erfahrungen aus dem Schüler-Praktikum: Berichte aus Berlin und Shanghai


Unsere Schüler der 9RS sowie der 10. Klassen absolvierten vom 11. bis 27. Juni 2012 ein Schülerpraktikum in einem Betrieb ihrer Wahl, wobei je nach Betrieb auch individuelle Vereinbarungen getroffen werden konnen. Von Dr. Oekter in Shanghai über ein Architektenbüro in Hannover bis hin zur Winterthur Technology Group in der Schweiz waren viele verschiendene Unternehmen dabei.

Für unsere Schulgemeinschaft haben sich Leah Schrimpf und Sophie Sobkowiak bereit erklärt, über ihre Erfahrungen in der Tierklinik und beim Radio zu berichten.
Vielen Dank dafür!

Praktikum in der Tierklinik


Wusstet ihr, dass Chinchillas meistens aufgrund von Zahn- oder Verdauungsproblemen zum Tierarzt müssen? Oder dass Katzen und Hunde mit Hilfe von Physiotherapie und Akupunktur, nachdem sie einen Unfall hatten, ihre komplette Lauffähigkeit zurückerlangen können? Nein? Das ist gar nicht schlimm, denn bis vor zwei Wochen wusste ich das alles auch nicht, aber ich habe das alles während meiner Zeit in der Tierarztpraxis gelernt.

Dank meines Praktikums bei einer Tierärztin kann ich euch ein bisschen in den Beruf einweihen. Früh morgens müssen erst einmal die Käfige der Katzen und Hunde, die zur Beobachtung in der Praxis bleiben müssen, gereinigt werden. Obwohl viele der Tiere krank sind, haben sie alle großen Hunger und müssen natürlich (neben ihrer Medizin) auch etwas zu Essen bekommen. Eine Katze, die morgens immer besonders viel Pflege benötigt, heißt Nai Niu und muss jeden Tag ihre 3 Brandwunden am Körper gereinigt bekommen. Sie ist außerdem aus dem sechsten Stock gefallen und bekommt somit auch noch Physiotherapie und Akupunktur, damit sie später endlich wieder ordentlich laufen kann.

Leah Schrimpf

Nachdem alle Tiere versogt sind, geht es in den Untersuchungsraum von Dr. Stephanie Goltz. Ab halb elf kommen die ersten Patienten und es ist wirklich jeden Tag etwas anderes los. Manchmal kommen besonders viele Kleintiere, manchmal besonders viele Tiere zur Akupunktur. Für jeden Patient nimmt sich die Ärztin jedoch genügend Zeit um herauszufinden, was nicht mit ihm oder ihr stimmt um somit die richtige Behandlung zu finden. Wenn wir Glück haben, findet an manchen Tagen eine besonders spannende OP statt, bei der wir zuschauen und manchmal sogar assistieren dürfen. Wenn zwischen den Terminen Zeit ist, können wir auch mal ganz kurz mit den kleinen Katzen spielen, die in der Klinik wohnen, bis sie einen neuen Besitzer gefunden haben. Sobald der letzte Patient zwischen fünf und sechs Uhr gegangen ist, heißt es Einpacken und nach Hause gehen. Viele von den Krankenschwestern bleiben jedoch noch etwas länger, da die Tiere zweimal am Tag versorgt werden müssen. Wenn man abends nach Hause kommt, ist man immer so unglaublich geschafft, dass man noch vor seiner normalen Schlafenszeit total müde ins Bett fällt.

Zum einen ist das Praktikum in der Tierklinik also unglaublich lehrreich, da man lernt mit kranken Tieren umzugehen und sie zu diagnostizieren, und zum anderen macht es natürlich auch richtig viel Spaß, da man endlich mal das Gefühl hat, selber etwas machen zu können. Vielleicht sind viele von euch Schülern jetzt interessiert am Beruf des Tierarztes und allen, die nächstes Jahr ihr Praktikum im medizinischen Bereich machen möchten, kann ich es nur ans Herz legen, es bei Dr. Stephanie Goltz in der Tierarztpraxis Eagle Valley zu machen.

Leah Schrimpf

Bilder aus der Tierklinik

Praktikum bei Radioeins in Berlin

Mein Praktikum vom 12. bis 30. Juni beim zweitmeist gehörten Radiosender in Berlin hat mit zwar nicht so inspiriert, dass ich jetzt unbedingt Redakteur, Moderator oder Producer werden möchte, aber mir viele neue Ideen gegeben und mir einen sehr guten Einblick in die Radiowelt gegeben.

Der Hauptsitz des Senders befindet sich im Süden von Berlin und auf dem sehr grünen und offenem „Medienpark“ sind nicht nur Radioeins, sondern auch andere Sender vom Rundfunk Berlin- Brandenburg rbb zu Hause.

Weil mein Arbeitsplatz jeden Tag von Tischgruppe zu Tischgruppe der verschiedenen Redaktionen im Großraumbüro wandert, bekomme ich auch praktischerweise mit, was meine Nachbarn machen.

Zum Beispiel Telefonieren und E-Mails beantworten. Oder zum Beispiel  O-Töne suchen und zusammenschneiden.

Die Arbeit des „normalen“ Redakteurs spielt sich ausschließlich am Computer ab.

Damit man nicht völlig aneinander vorbeiarbeitet und einen gewissen Überblick bewahrt, gibt es Sitzungen, wo die Mitarbeiter der alten und der frischen Schicht zusammensitzen, ein Feedback zu den gelaufenen Beiträgen geben und die Tagesthemen besprechen. Im Ablaufplan, in den jeder (der ein Passwort hat) eine Beschreibung seiner eigenen zugeteilten Sendung einträgt, können auch die Moderatoren nachschauen, was sie überhaupt moderieren müssen.

Radioeins zeichnet sich durch die sehr lockeren und lustigen Kommentare aus. In speziellen Musiksendungen am Abend stellen die Moderatoren eine eigene Playliste ihres eigenen Musikgeschmacks zusammen. So kommt ein guter Mix von Rock, Pop und vielen anderen Musikrichtungen zusammen.

Ansonsten stellt die Musikredaktion die bevorzugt gespielten Titel und einen Wochenplan vor, damit sich Titel nicht zu sehr widerholen oder eine Gruppe zu bevorzugt gespielt wird. Die Producer mischen Geräusche, Stimmen und Musik zu Jingles und technisch komplizierteren Beiträgen zusammen, die die folgende Sendung für die Hörer ankündigen.

Wie ist die Stimmung? (Die Standardfrage bei Interviews vor Ort, über die sich die Redakteure gerne lustig machen). Die Stimmung ist locker. Man scherzt, man unterhält sich übers Wochenende, man geht zusammen Essen oder mal nach draußen.

Das hört sich nicht nach der super effektiven Arbeitshaltung an, wenn man die Bearbeitungszeit mit dem Ergebnis von nur wenigen Minuten betrachtet, aber die Recherche im Internet oder die Anheuerung eines Studiogastes und dann noch das Schneiden nimmt oft Stunden in Anspruch.

Deswegen bin ich jeden Tag neu gespannt, wie viel Zeit meine Betreuer dafür aufopfern, sich um mich zu kümmern. Aber das ist ja in jedem Betrieb so.

Jetzt genieße ich noch die letzten Tage, schreibe meinen Praktikumsbericht zu Ende und wünsche euch schöne Sommerferien!

Sophie Sobkowiak