Schulentwicklungsprozess im Schuljahr 2006/2007

Das Schuljahr 2006/07 war von der gemeinsamen Entwicklung des Leitbilds durch die gesamte Schulgemeinschaft unter Einbezug von Schülern, Lehrern, Eltern, Schulleitung und Vorstand geprägt. Das im Mai 2007 erstellte Leitbild setzt Maßstäbe für Erziehung und Bildung in Kindergarten, Grundschule und Sekundarstufe der Deutschen Schule Shanghai und bietet Orientierung für zukünftige Schulentwicklungsschwerpunkte an unserer Schule.

Parallel dazu erfolgte im Schuljahr 2006/07 die pädagogische Fortentwicklung unserer Schule. Im Mai 2006 hatten sich dazu auf einem Lehrerkonzeptionsnachmittag vielfältige Ansatzpunkte ergeben. Die Schulleitung nahm diese auf und beauftragte kleine Lehrerteams mit der Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten in diesen Handlungsfeldern, z.B.: Kriterien für den Schuleingang, DaF in der Grundschule, Übergang von Klasse 4/5, Mathematik und Englisch im Übergang von der Grundschule zur Sekundarstufe, Methodenkompetenz in der Oberstufe, Beziehungen zum Gastland China, Ganztagsschule, Realschule und Binnendifferenzierung, Drogenprävention, Website. In anderen Schulentwicklungsbereichen wurden laufende Maßnahmen durch ähnliche Teams oder Beauftragte fortgesetzt und ausgebaut, z.B.: Kombiklasse, Berufsberatung und Berufspraktikum, Zusammenarbeit mit der EFS, Sport, englischsprachiger Erdkunde und bilingualer Geschichtsunterricht. Aus Ideen wurden Konzepte, deren Umsetzung folgen soll.

Die Deutsche Schule gibt sich ein Leitbild

Der Weg ist das Ziel – insbesondere bei der Entwicklung eines Leitbilds ist die breite Beteiligung aller Mitglieder der Schulgemeinschaft mindestens genauso entscheidend wie das Ergebnis. Um den Zeit- und Arbeitsaufwand so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig die Anliegen von Schülern, Lehrern und Eltern entsprechend einfließen zu lassen, geschah die Einigung auf ein Leitbild in vier Schritten:

 

  • Nach dem Lehrerkonzepttag im Mai verständigten sich im Herbst 2006 Schüler und Elternvertreter auf jeweils getrennten Konzepttagen mit ziel- und altersgruppengerechten Methoden (z.B. Fotoevaluation, Fokusgruppeninterviews, Selbsteinschätzungsprofil) über den Ist-Zustand zu Entwicklungsschwerpunkten und Werthaltungen untereinander. Die Ergebnisse wurden auf Plakaten im Schulhaus ausgestellt.
  • Auf einem Qualitätshearing vor Weihnachten erarbeite die „Gruppe der 42“, bestehend aus 12 Schülern, 12 Lehrern und Erziehern, 12 Eltern und 6 Mitgliedern aus Schulleitung und Vorstand Qualitätsaussagen für die DSS. Die „42“ mussten sich auf rund 20 zentrale Aspekte einigen und diese untereinander gewichten. Die entstandene Qualitätslandkarte wurde wiederum der Schulgemeinschaft bekannt gemacht.
  • Im Frühjahr erarbeitete eine 6-köpfige Kerngruppe mit je einem Vertreter aus Schüler-, Lehrer- und Elternschaft sowie aus Schulleitung, Vorstand und Steuergruppe daraus 17 Rohleitsätze, welche zudem auf einer Sitzung mit Fachleitern und Handlungsfeldgruppenleitern entsprechend modifiziert wurden.
  • Auf den Pädagogischen Tagen formulierten die „42“ das endgültige Leitbild nachdem sie sich zuvor in einem Infokarusell über wichtige laufenden Schulentwicklungsmaßnahmen informieren konnten.

 

 

Ergebnisse der pädagogischen Qualitätsentwicklung im Schuljahr 2006/07

In der Grundschule finden verlässliche Kriterien für den Schuleingang ihre Anwendung. Dem zunehmenden Förderbedarf für Deutsch als Fremdsprache für Grundschulkinder wird durch ein neues gebührenpflichtiges Modell begegnet. Die fachliche und pädagogische Abstimmung und Zusammenarbeit an der wichtigen Gelenkstelle zwischen den Schulstufen Grundschule und Sekundarstufe in Klasse 4 und 5 wird weiter intensiviert. Im Auslandsschulwesen wird die Entscheidung über die Schullaufbahn am Ende der Klasse 5 getroffen. Lehrer der Grundschule und der Sekundarstufe haben sich auf Maßnahmen verständigt, wie Schüler bis zu diesem Zeitpunkt über die Klassen 4 und 5 hinweg insbesondere in den Kernfächern optimal gefordert und gefördert werden sollen um ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen gerecht zu werden.

In der Sekundarstufe werden in den Klassen 6-8 eigene kleine Lerngruppen für Realschüler in den Fächern Deutsch und Mathematik gebildet – eine äußerst intensive Lernumgebung zur individuellen Förderung. Die anderen Fächer werden im Klassenverband binnendifferenziert unterrichtet: Zwei Schulformen unter einem Dach und in einer Lerngruppe, zum Vorteil für Realschüler und Gymnasiasten und eine besondere Chance des Auslandschulwesens. In den Klassen 9 und 10 werden eigene Realschulklassen gebildet, um den speziellen Anforderungen der Schulform jeweils zum Wohl der Schüler gerecht werden zu können. Als Alternative zum Französischunterricht können Realschüler ab dem nächsten Schuljahr in den verschiedenen Klassen Fächer wie „Informationstechnische Grundbildung“, „Umwelt und Technik“, „Business@School / Wirtschaftliche Grundlagen“, „Exkurs Architektur/Modellbau“ belegen. Die Struktur des englischsprachigen und bilingualen Sachunterrichts in den beiden gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Geographie und Geschichte wird im Schuljahr 2007/08 zu einem Abschluss gebracht. Schüler können in Erdkunde ab Klasse 7 und in Geschichte ab Klasse 8 wählen, ob sie die Fächer auf Deutsch oder auf Englisch bzw. bilingual belegen möchten.

Offene Handlungsfelder für die Zukunft blieben die weitere Ausgestaltung, Umsetzung des Ganztagsschulkonzepts, insbesondere für die Sekundarstufe, um einen Rhythmus anzubieten, in dem Lernen und Erholung, kognitive, körperliche und kreative Tätigkeiten, curriculare und extracurriculare Bereiche möglich sind und sinnvoll aufeinander abgestimmt werden, sowie die fächerübergreifende Zusammenarbeit zur Förderung der Methodenkompetenz in der Oberstufe.

Ein besonders großer Schritt ist dem Team zur Neugestaltung des Internetauftritts der Deutschen Schule Shanghai gelungen.