Schulentwicklungsprozess im Schuljahr 2010/2011

Die Schwerpunkte dieses Schuljahres lagen in der weiteren Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung des Unterrichtes. An zwei Pädagogischen Tagen standen das schüleraktivierende Lernen im Allgemeinen und das Kooperative Lernen im Besonderen im Mittelpunkt. So arbeiteten wir gemeinsam an der Entwicklung des Unterrichts in der Grundhaltung des kooperativen Lernens mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft unserer Schüler noch weiter zu verbessern.

Der weiteren Professionalisierung der Unterrichtenden diente der Pädagogische Tag „Gesprächsführung 2“, an dem zum zweiten Mal aufbauend auf das Kommunikationstraining des vergangenen Schuljahres („Gesprächsführung 1“) Theorie und Praxis komplexer Gesprächssituationen unter Anleitung der von Dr. Nowottka als Multiplikatoren geschulten Kollegen vermittelt und trainiert wurden.

Unter Beteiligung aller Kollegen wurde auch am Methodencurriculum der DS Shanghai gearbeitet. Dieses Curriculum, das sich auf Kernmethoden der Informationserfassung, -verarbeitung und –präsentation konzentriert, soll sowohl den Kollegen als auch den Schülern als eine gemeinsame Basis unabdingbarer Kompetenzen dienen. Die Übersichtlichkeit und Einheitlichkeit der zu unterrichtenden Methoden soll nicht nur die Methodenkompetenz der Schüler erhöhen und helfen, gemeinsam unsere Unterrichtsqualität zu entwickeln, sondern soll auch den Neuankömmlingen einen schnellen Überblick über die  an der DSS geforderten Methodenkompetenzen bieten.

Pädagogischer Tag: „Kooperatives Lernen – Theorie und Praxis“

Dr. Nowottka von der Firma „Progressio Consulting GmbH“ stellte in einem eintägigen Seminar wesentliche Aspekte der Unterrichtsentwicklung mit dem Schwerpunkt „Kooperatives Lernen vor.

Auszug aus der Ankündigung zum Pädagogischen Tag:

Kooperatives Lernen

„Die neue Lust auf Unterricht und die Faszination des Lernens“1

Wir erleben einen Wandel der Lernkulturen. Schlagworte wie Subjektorientierung, eigenverantwortliches, selbst gesteuertes oder kooperatives Lernen zeigen, dass ein grundsätzliches Umdenken stattfindet, wie Unterricht aussehen kann, der nicht die Belehrung, sondern das Lernen in den Vordergrund stellt. Dabei werden nicht nur lieb gewonnene didaktische Gewohnheiten auf den Kopf gestellt, sondern auch die Rolle des Lehrers / der Lehrerin z.T. neu interpretiert. Vom Lernbegleiter, Coach und Moderator ist neuerdings die Rede. „Da wird wieder mal eine neue Sau durch’s Dorf gejagt“, sagen die einen, während bei vielen Pädagogen eine neue Lust auf Unterricht entsteht und die Faszination des „Lernens“ neu entdeckt wird. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund eines atemberaubenden Wandels der Weltgemeinschaft (Individualisierung, Globalisierung, Beschleunigung, Informationstechnologie), die sich gerade in einem globalen Dorf wiederfindet und entdeckt, dass „Unsicherheit und Haltlosigkeit“ für lange Zeit das Weltklima beherrschen werden. Kinder, die heute in die Schule gehen, brauchen Überlebens- und Anpassungskompetenzen, um in dieser Welt mit ihren Netzwerken zu bestehen und sie wirksam zu gestalten. Bereitet Schule in ihrer heutigen Form, Kinder auf das Leben in dieser Welt angemessen vor?

Diese epochale Strukturkrise (Oskar Negt) bietet enorme Chancen. Lernen und Bildung werden nicht nur in der Schule, sondern auch in Erwachsenbildung sowie Personalentwicklung von Unternehmen zu den Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Selbststeuerung und Selbstorganisation von Individuen und ganzen Unternehmen.

Lernen ist „in“. Nicht zuletzt die faszinierenden Einsichten der Neurobiologie verhelfen vielen Pädagogen, aus naturwissenschaftlicher Perspektive zu verstehen und zu beschreiben, was sie aus pädagogischer Sicht möglicherweise immer schon vertreten haben.

In dieser Fortbildung lernen Sie das Konzept des „Kooperativen Lernens“ kennen, als eine wirksame Möglichkeit, die Aktivierung der Schüler deutlich zu verbessern, ihre Eigenverantwortlichkeit für bessere Lernergebnisse zu fördern und gleichzeitig ihre sozialen Kompetenzen zu stärken. Schüler lernen das Lernen und die Fähigkeit, sich selbst beim Lernen zu beobachten, um Selbststeuerungsfähigkeiten zu entwickeln.

Kooperatives Lernen ist von seinem Selbstverständnis integrativ angelegt. Es verlangt nicht, das über Bord zu werfen, was sich im Unterricht jahrelang bewährt hat, sondern lädt ein, sich selbst als Pädagoge neu wahrzunehmen, Bewährtes zu behalten, Neues zu integrieren und sich von Untauglichem zu trennen.

1 Reinhard Voß in: Unterricht aus konstruktivistischer Sicht 

(© Progressio Consulting GmbH)

Pädagogischer Tag: „Kooperatives Lernen – Praktische Umsetzung an der DS Shanghai“

Nachdem an unserem ersten Pädagogischen Tag des Schuljahres im Oktober die theoretische Auseinandersetzung mit dem Kooperativen Lernen als einer besonderen Form des schüleraktivierenden Lernens im Mittelpunkt gestanden hatte, ging es bei unserem zweiten Pädagogischen Tag im Februar um die praktische Umsetzung und die Verankerung des Kooperativen Lernens im Unterrichts- und Schulalltag der DS Shanghai.

Nach einer Einleitung durch Markus Piper, dem für unsere Region zuständigen Prozessbegleiter für das Pädagogische Qualitätsmanagement, stellten einzelne Kollegen anhand eigener erfolgreicher Unterrichtseinheiten in Kleingruppen ihre Erfahrungen mit schüleraktivierenden Lernformen vor.

Im Anschluss entwickelten die Kollegen gemeinsam Unterrichtsequenzen mit dem Schwerpunkt des Kooperativen Lernens. Es wurden unter anderem Modelle für den Lektüreunterricht im Fach Deutsch der Klassen 5 und 8, zur chinesischen Geschichte in der Oberstufe oder zum fächerübergreifenden Unterricht zum Thema „Wasser“ erarbeitet, mit dem Ziel, das Kooperative Lernen und andere Formen des schüleraktivierenden und eigenverantwortlichen Lernens besser im Unterrichtsalltag zu verankern.

Somit können wir zum einen optimal die individuellen Stärken der Schüler fördern, zum anderen aber auch unser gemeinschaftliches Verständnis von gutem Unterricht als schüleraktivierenden, eigenverantwortlichen Unterricht vertiefen.

Pädagogischer Tag: „Gesprächsführung 2“

Anfang April trafen wir uns wieder zu Pädagogischen Tagen, um die Fortbildung „Gesprächsführung 1“ fortzusetzen, die im letzten Schuljahr begonnen wurde. Einige Kollegen, die von Dr. Nowottka von der Firma „Progressio Consulting GmbH“ geschult wurden, gaben ihr Wissen in diesem zweitätigen Seminar weiter.

In Mittelpunkt standen dieses Mal die Themen:

  • Wie gehe ich mit Störungen und Widerständen im Gespräch um?
  • Wie kann ich die vielfältigen Möglichkeiten des Feedbacks noch besser nutzen?
  • Wie moderiere ich ein Gespräch, um die Erarbeitung einer konkreten Lösung zu erreichen?
  • Gesprächsende und Abschied

Methodencurriculum

In diesem Schuljahr gelang uns ein großer Schritt in Hinsicht auf die Einführung eines einheitlichen Methodencurriculums an der Sekundarstufe. Unter inhaltlicher Federführung der Fachschaften und organisatorischer Begleitung durch die Steuergruppe, haben wir es erreicht, dass zu den auf die Informationsbeschaffung, Informationsverarbeitung und Informationspräsentation konzentrierten Methoden Methodenblätter, Kompetenzraster und Unterrichtsbausteine entwickelt wurden, die der Progression der Methoden von Klasse 5 bis 12 gerecht werden sollen. Im Schuljahr 2011/2012 soll dann das Methodencurriculum in der Unterrichtspraxis getestet werden, ehe wir dann 2012/13 zu einer verbindlichen Einführung kommen werden.

KUH (Kollegiale Unterrichtshospitationen)

In diesem Jahr sollten die kollegialen Unterrichtshospitationen vor allem zur Vorbereitung auf die BLI und in Hinsicht auf das gemeinsame Verständnis von gutem Unterricht durchgeführt werden. Die Kollegen setzten sich mit Hilfe des Beobachtungsbogens der BLI mit dem Pädagogischen Qualitätsrahmen der Bund-Länder-Inspektion auseinander. Wichtig dabei war vor allem, dass so auch die positive Diskussion über den vorgegeben Qualitätsrahmen in kollegialen Gesprächen fortgeführt wurde.