1. Karrieretag an der DS Shanghai

Am 19.9.09 warfen unsere Schülerinnen und Schüler einen Blick auf das (Berufs-) Leben nach der Schule: Zwei Dutzend Eltern, Kolleg/Innen und andere Berufstätige stellten ihnen dazu am Samstagvormittag ihre Berufe sowie die Unternehmen vor, für die sie arbeiten.

Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 12. Hinzu kamen 60 chinesische Schüler/Innen von PASCH-Schulen aus Nanjing, Hangzhou und Shanghai, die im nächsten Jahr ihren Abschluss mit Deutsch als erster Fremdsprache machen werden.

Durch Firmenvideos und PowerPoint-Präsentationen, vor allem aber durch zahlreiche persönliche Tischgespräche konnten sich die Schülerinnen und Schüler einen lebhaften Eindruck verschaffen vom Berufsalltag von Ingenieuren der verschiedenen Fachrichtungen, Juristen und Managern, von Beamten im Auswärtigen Dienst, MTAs, Chemikern, Physikern, Lebensmittelwissenschaftlern, Bibliothekaren, IT-Berufen ...

Der morgendliche Event fand in freundlicher Atmosphäre bei Kaffee und Sandwiches in der Kantine und im Innenhof statt, den Abschluss bildete gegen 12 Uhr ein chinesisch-deutsches Mittagessen.

Naturgemäß war das Feedback der Schülerinnen und Schüler auf den Karrieretag gemischt, die Meinungen reichten von „sehr informativ“ und „interessant, super Idee“ über „ganz okay“ bis zu „doof“ und „langweilig“. Bemängelt haben einige, dass die Veranstaltung an einem Samstag stattgefunden habe, und viele, dass das vorgestellte Berufsspektrum sehr eng und arg „chemielastig“ gewesen sei.

Da Berufstätige aber eben in der Regel berufstätig sind, lässt sich eine solche Veranstaltung sinnvoll nur an einem Samstag durchführen. Dabei repräsentierten die berufstätigen Gäste und Referenten einen wichtigen Teil des deutschen Wirtschaftsengagements in Shanghai. Vermisst haben die Schüler/innen andere berufliche Richtungen wie z.B. „Politik“, „Bundeswehr“, „Künstler“, „Philosophie“

Das Feedback der Berufstätigen war insgesamt sehr positiv, einhellig gelobt wurde die Fragefreudigkeit der Schüler/Innen – insbesondere auch die der chinesischen! Dank an jene Schüler/Innen, die den Karrieretag als Chance zur Berufsorientierung genutzt haben, ein herzliches Dankeschön aber vor allem den Berufstätigen, die ihren halben Samstag „gespendet“ haben für den guten Zweck!

Ludger Sobkowiak

 

Berufsorientierung bereits in der Schule – Neuland in China

Die Aufregung zeichnete sich in roten Flecken auf den Wangen der chinesischen Oberschüler ab, die frei- und bereitwillig ihren Samstag opferten, um was über deutsche Firmen in Shanghai und verschiedene Berufsbilder zu erfahren.
Mit dem Besuch des Ressourcenzentrums Deutsche Schule machten einige der Schüler zum ersten Mal einen Schritt über die Grenzen ihrer chinesischen Alltagswelt hinaus. Sie wurden mit „Marktplätzen“ und „Runden Tischen“ konfrontiert, die im lockeren Gespräch zum Informieren einluden, konnten ihre mit den deutschen Programmlehrern vorbereiteten Fragen stellen und sich mit deutschen Jugendlichen austauschen.

Die Schüler haben Deutsch als 1. Fremdsprache an s.g. PASCH-Schulen gewählt und werden am Ende von Klasse 12 entweder das Deutsche Sprachdiplom der Stufe I oder II ablegen. Zusammen mit der Hochschulzugangsberechtigung einer Elite-Universität in China öffnet ihnen dieses Zertifikat die Tür zu einem Hochschulstudium oder zum Besuch eines Studienkollegs in Deutschland.
PASCH, Schulen - Partner der Zukunft, eine Initiative von Außenminister Walter Steinmeier, fördert weltweit die Vernetzung von Schulen, die an deutscher Sprache und Kultur interessiert sind. Allein im Bezirk Shanghai sind derzeit 12 chinesische Schulen im Programm, in deren deutschen Abteilungen chinesische und deutsche Lehrer gemeinsam die Schüler Deutsch und Deutschland entdecken lassen. Neben den Sprachkenntnissen werden vor allem Methoden vermittelt, die für eine deutsche Universität qualifizieren: Projektarbeit, eigenständige Recherche, Präsentationstechniken u.v.m.

„Unsere Schüler haben heute viel gelernt und noch mehr erfahren. Das Neue ist, dass sie sich dabei völlig frei und selbstständig um diese Informationen bemüht haben. In China würde hier nur jemand einen Vortrag halten und alle säßen da und hörten zu“, so Lu Yang, Leiterin der deutschen Abteilung der Fremdsprachenschule in Nanjing.

Auch am Ende der Veranstaltung hatten die chinesischen Schüler hochrote Wangen – dieses Mal vom Eifer des Nachfragens und Wissenwollens. Denn ein chinesischer Schüler muss sich seines Weges in Deutschland sicher sein. Für ihn gibt es kein Zurück ins Heimatland, sollte er versagen: die Hochschulzugangsberechtigung in China gilt nur für ein Jahr. Deutsch ist weit mehr als ein Abenteuer.

Diana AmannFachberaterin/Koordinatorin der ZfA

Fotos: DS PR, jok