Gebührenanpassung für das Schuljahr 2009/10

 

DS Shanghai, 26. Mai 2009

Liebe Eltern, liebe Mitglieder,

hinsichtlich der am 18. Mai bekanntgegebenen Gebührenanpassungen sind eine Reihe von Fragen seitens der Eltern an den Schulvorstand gerichtet worden, so dass wir Ihnen gerne einige zusätzliche, detailliertere Informationen zu den Gründen geben wollen, die diese Anpassung erforderlich machen.

  1. Das pädagogische Angebot der DS Shanghai geht in vielen Bereichen über das hinaus, was in Deutschland an öffentlichen Schulen erwartet werden kann, und entspricht dem Anspruch an uns, vielen unterschiedlichen Erfordernissen an Unterricht, Förderung und Freizeitangeboten gerecht zu werden:
    Kleine Gruppen im Kindergarten (max. 15), kleine Klassen in der Grundschule (max. 22) und in der Sekundarstufe (max. 25) ermöglichen individuelle Zuwendung, erfordern aber auch entsprechend mehr pädagogisches Personal.
    Die vielfältigen Differenzierungen in Englisch und Chinesisch auf verschiedenen Niveaustufen, Angebote wie z.B. Geschichte bilingual, Erdkunde auf Englisch, Wahlmöglichkeiten bezgl. der Naturwissenschaften in den Oberstufen, sanfte Übergänge vom Kindergarten in die Grundschule, Förder- und Forderangebote in den Hauptfächern, sehr vielfältige AG-Angebote außerhalb des Unterrichts usw. ermöglichen einerseits optimale Förderung unterschiedlicher Begabungen und Interessen, haben andererseits jedoch verstärkten Personaleinsatz für recht kleine Lerngruppen zur Folge.
    Diese Maßnahmen sind Bestandteile unseres besonderen Profils, werden von Eltern auch als solche gewünscht und machen einen guten Teil der Qualität unserer Schule aus. Einsparungen bei den Personalkosten sind daher kaum realisierbar.
  2. Der Schulverein verfügt entgegen allen gegensätzlichen Vermutungen nicht über genügend Mittel, um den Schulbetrieb ohne Gebührenanpassung im kommenden Schuljahr bestreiten zu können.
    Neben normalen Kostensteigerungen des laufenden Schulbetriebs von ca. 2.5% - 3% für Gehälter und sonstige Dienstleistungen, werden im kommenden Jahr für die Ausweitung des schulischen Angebotes aufgewendet werden müssen: 
    - ca.1,7 Mio. RMB für Abschreibungen und laufende Kosten des Schwimmbades auf dem EuroCampus. 
    - ca. 1.5 Mio. RMB für zusätzliche Mieten, Betriebskosten und Abschreibungen für die notwendigen Erweiterungen des PudongCampus. 
    - ca. 1 Mio. RMB zusätzliche Personalkosten für den notwendigen Personalaufbau in Pudong.
    Diese Veränderungen gegenüber dem Vorjahr bedingen Schulgelderhöhungen in Höhe von 7,5% (Schule) und 11,3 % (Kindergarten) auf RMB-Basis. Desweiteren mussten die Busgebühren, die zuletzt nicht kostendeckend waren, den tatsächlichen Kosten angepasst werden.
  3. Die für den Standort Pudong notwendigen Finanzmittel sind durch die Entscheidung der Hauptversammlung für den Standort Pudong im Jahre 2007 begründet. Ohne diese Entscheidung hätte die Schulleitung den Klassenteiler am EuroCampus in Richtung 30 Kinder erhöhen müssen.
  4. Bei dem von einigen Eltern als Zwangskredit bezeichneten Baustein in Höhe von € 5000,-- pro Kind, dem von den Mitgliedern im Jahre 2003 einstimmig zugestimmt wurde, handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um einen Baustein, der in den Gebäuden der Schule gebunden ist, so dass eine Rückzahlung also nur bei Aufnahme von Fremdkapital möglich wäre.
  5. Mitglieder des Schulvereinsvorstandes sind nicht nur Mitarbeiter großer Konzerne sondern auch kleinerer Unternehmen oder Selbstzahler und haben somit ein großes Interesse, unter Beachtung des pädagogisch Sinnvollen, die Gebührenanpassungen möglichst niedrig  festzusetzen.

Hervorzuheben ist, dass seit Gründung der Schule vor 14 Jahren die DS Shanghai aufgrund des rasanten Wachstums der Schule regelmäßig auf Gebührenanpassungen verzichten konnte. Die dadurch in der Vergangenheit erzielten Überschüsse wurden hauptsächlich dazu eingesetzt, die hohen Gebäudeinvestitionen zu finanzieren.

Zur Sorgfaltspflicht des Vorstandes einer Deutschen Auslandsschule – auch gegenüber den fördernden Stellen in Deutschland, wie dem Auswärtigen Amt und dem Bundesverwaltungsamt − gehört es, regelmäßig einen ausgeglichenen Haushalt zu gewährleisten. Eine Gebührenerhöhung für das kommende Schuljahr wurde in der Mitgliederversammlung am 23.10.2008 bereits angekündigt. 

Nachdem der laufende Haushalt 2008/2009 bereits mit einem Verlust von ca. 1 Mio. RMB geplant werden musste, geht die Haushaltsplanung für das kommende Schuljahr von einem ausgeglichenen Budget bei konstanten Schülerzahlen aus.

Die Wechselkursentwicklung zwischen dem Renmimbi und dem EURO, die im vergangenen Jahr eine zwischenzeitliche Abwertung des EURO von über 20% zeigte, ist ein Sondereffekt, der die Festlegung unserer Gebühren auf €-Basis weiter negativ beeinflusste.

Selbstverständlich ist der Schulvorstand zusammen mit der Schulleitung bestrebt, auch in Zukunft ein den Erfordernissen angepasstes pädagogisches und räumliches Angebot bereitzuhalten, um unsere Kinder angemessen fördern und fordern zu können. Weiterhin wird alles unternommen, um zusätzliche Kosteneinsparungen, wo möglich, zu realisieren. Dabei sind immer die wirtschaftlichen Implikationen mit den pädagogisch für notwendig erachteten Maßnahmen abzuwägen.

Die Elternvertreter waren und sind in diese Diskussionen involviert und haben den Vorstand im konstruktiv kritischen und partnerschaftlichen Dialog in diesen nicht einfachen Entscheidungen unterstützt.

Mit freundlichen Grüßen

Detlef Ernst
Im Namen des Vorstands der Deutschen Schule Shanghai

 

 

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