Gedichte der Klasse 9a

VON und MIT: Rebecca Baumann, Veronika Becker, Christoph Bergander, Nicola Cairoli, Francisca Fei, Edward Kreutzarek, Niklas Kreutzarek,  Bianca Metzner, Paulina Rittinghaus, Levin Schilling, Johannes von Streit, Keren Wang, Shija Wei, Leny Zhang

 

Ferien

Ach, warn die Ferien schön!
Da konnt ich mich total lassen gehn,
die Schulsachen packte ich in den Schrank
machten mich auch schon ganz krank.
Nach Hong Kong bin ich gegangen
neue Eindrücke eingefangen.

Ach, warn die Ferien schön! 
Da konnt ich mich total lassen gehn
Auch Gitarre hab ich gespielt
Akkorde hoch und tief,
machten mich ganz aktiv.
Doch die Ferien warn schnell vorbei
jetzt fängt das Lernen wieder an

Ach, warn die Ferien schön,
da konnt ich mich total lassen gehen.

Niklas Kreutzarek


Shanghai

Schmutzig wie ranziges Fett
Pfützengraue Fassaden
Große Kästen in Reihe zu früh gealtert
Unfreundlich, unpersönlich, unbequem

Dunkel glitzernde Glaswürfel
Explosionshell beleuchtet
Hypnotisierend bunt den Augen schmerzend
Grell wie ein Jahrmarkt

Stinkend wie Faulgase
Unendlich lange Autoschlangen
Fahrweise unberechenbar und chaotisch
Laut, lang, lebensgefährlich

Großartige Lebensadern
Endlos lange Lichterketten
Mehrstöckiges Unter- und Übereinander
So durcheinander wie Spagetti

Hell und dunkel im neuen Shanghai

Christoph Bergander



Der weiße Vogel

Nach oben, in die Höhe hoch hinauf
Schwangen des weißen Vogels Schwingen,
Getragen in die Welt durch des Windes Lauf,
Um mit Regen und Sturm stumm zu ringen.

Durch weiße Wolken schien die Sonne im Nu,
Ihre Engelshand tastete nach der kalten Erde
Und streichelte den weißen Flügeln Wärme zu,
Während er flog mit der weißen Wolkenherde.

Wie der Wind Lieder an den Ohren pfiff ganz froh.
Immer hinauf! Einzig für den Wind ist er geboren
Wie der Körper lilienförmig am Horizont schnellen so.
Niemals stoppen! Kraft und Mut noch nie verloren!

Die Farben der Erde flohen und verschmolzen, und
Umhüllt war der weiße Vogel im weißen Schleier.
Er stürmte durch den weißen Himmelsschlund,
Denn hoch über den Wolken würde er werden freier.

Wie der weiße Vogel über dem Wolkenmeere glitt,
Während es weißer Gischt und Wellen türmten.
Wie der weiße Vogel zum weißen Lande ritt,
Während die Winde wild heulten und stürmten

Dem anderen Ufer zu flog er immer noch,
Als die Sonne, die rote, schon sinken wollte.
Seine Kräte letzendlich verließen ihn doch,
Aber sein Wille drängte ihn zu fliegen noch!

Der Himmel deckte ihn mit Wolken zu,
den weißen Vogel mit dem weißen Gefieder
Und dann lag er endlich in Ruh,
Im weißen Hafen legt’ er sich nieder.

Shija Wei

Erwachsen werden
 
In einem leichten Kindertraum
Wuchsen mir schneeweiße Flügel,
So flog ich durch den Raum,
Ueber Wald und Fluss und Hügel.
 
Ganz samtig leise schlich er sich
Rasch in meinen Kopfe heinein,
Mit falschen Worten lockt er mich,
Dachte schon der Himmel sei mein.
 
Doch nur kurz war das Fliegen,
Und tief der Schrund,
Ich dacht ich koennt siegen,
Doch viel zu hart der Grund.
 
Bianca Metzner

Ein Fisch im Meer

Ich bin der Fisch im Meer
Der gelb und ziemlich klein ist
Der viele rote Punkte hat
Und keine anderen Fische frisst

Ich bin der Fisch im Meer
Der Angst hat vor den Kraken
Der sich versteckt in Pflanzen
Und niemals geht zum Haken

Ich bin der Fisch im Meer
Der anders ist als Andere
Ich bin was ganz Besonderes
Und doch – ein Fisch im Meer

Rebecca Baumann



Häuser

Ich schaue aus dem Fenster raus
man sieht kein einz'gen Baum.
Ich wünscht ich hätte dieses Haus
doch das bleibt nur ein Traum.

Das Haus hat zwei Dächer
und ist ziemlich groß.
Dort auf der Mauer steht ein Becher;
Was mache ich hier bloß?

Wie es da steht ganz umringt,
in seiner Farbe bleich,
da fällt mir plötzlich auf:
Die and'ren Häuser sind alle gleich.

Levin Schilling



Orange

Orange, für mich, 'ne neue Farbe,
nicht richtig gelb, nicht richtig rot.
Sie ist so anders, unbenutzt,
sich so kleiden - kein Verbot.

Orange, das ist echt sehr besonders,
die Farbe steht nicht jedermann
man kann mich stets an ihr erkennen,
genau das mag ich so daran.

Orange, das steht für ziemlich viel,
zum Beispiel meine Lieblingsfrucht,
deshalb trag ich sie wirklich immer,
es grenzt schon fast an eine Sucht.

Orange, wie konnt' ich sowas anziehn?
Ich sah ja wie ein Müllmann aus,
ein Glück, dass ich jetzt schwarz "geil" finde.
Orange Sachen, welch ein Graus!

Johannes von Streit

Groß werden

Ich gehe hinein,
Die anderen auch,
Ich bin so klein,
Es ist mir schmauch.

Jetzt bin ich groß,
Es ist so fein,
Nicht mehr in Mutters Schoß,
Ich bin nicht mehr klein.

Ich denke zurück,
An die schöne Zeit,
Und an mein Glück.

Ich bin befreit,
Es gibt kein zurück,
Für alle Zeit.

Nicola Cairoli





Montagmorgen

Es ist genau Sieben Uhr Zehn,
Der Wecker reißt mich aus dem Schlaf,
Ich muss jetzt aufstehn,
Denn die Schule hat wieder Bedarf,
Nach all ihren Schuelerinnen und Schülern,
Ach, was wuerd ich alles geben,
Um nur eine Stunde laenger liegen zu bleiben,
Doch ich weiß genau, dass ich nicht kann,
Denn es ist Montagmorgen und die Schule fängt wieder an.

Draußen windet’s und es ist kalt, plus extra Regen,
Drinnen ist es schoen warm und bequem, was für ein Segen,
Ich werf mich aus dem Bett, eile in die Dusche und dreh den Hahn auf Blau,
Eisiges Wasser,  nur so wird man wach,
Mein Fruehstuck besteht aus einem Toast und einer Tasse Kaukao,
Ein Blick auf die Uhr, verdammt, schon wieder zu spät,
Jetzt aber schnell aufs Fahrrad
Und dann ab in den Strom der Richtung Schule fliesst.

Dann endlich in der Schule angekommen,
Trifft man alle Freunde wieder,
Die einen mit müden Gesichtern anschauen,
Jeder ist gedanklich noch in den Ferien und am Strand,
Doch es ist Montagmorgen,
Und der Alltag nimmt wieder seinen Lauf.

Edward Kreutzarek


Freundschaft

Wenn man zu jemandem steht,
und dieser plötzlich geht, 
einfach so vom Winde verweht, 
eine tiefe Leere entsteht.
Die Einsamkeit einen erreicht, 
sodass man innerlich fast zerreißt,
Gedanken schwirren in einer vergangenen Zeit, 
für die Zukunft ist man nicht bereit.
Freunde für immer hatten wir uns geschworen,    
daraus ist eine neue Hoffnung geboren.  
Ist es auch dunkler als in tiefster Nacht,         
ein Licht am Ende erwacht.
Die Entfernung wie eine Unendlichkeit,  
sind wir im Herzen doch zu zweit,   
denn eine Sache, die bleibt,    
unsere Freundschaft bis in die Ewigkeit.

Paulina Rittinghaus


 
Rot
 
Rot wie die Liebe in meiner Brust
Rot wie dein lodernes Haar
Rot wie das, was ich in deinen Augen sah
Rot wie deiner Lippen Kuss.
So rot.
 
Rot wie der blutige Tod
Rot so hässlich und nass
Rot wie alles was ich hass'
Rot ist das, was dich von mir zog.
So rot.
 
Rot kennt jeder anders
Rot wie das Herz
Rot wie der Schmerz
Doch Rot ist immer das Gleiche:
Zu rot.
 
Leny Zhang




Der Morgenregenbogen

Die Musik wie das Posthorn so froh und munter
der blaue Himmel wird auch schon bunter
Doch da kommt er schon, gleicht einen Gewitter
Nein, wie das Gelächter des Teufel in seiner Hölle umringt von roten Flammen

Es drangt zu Eile, schnell schnell
Grün, Lila, Braun
Schnell noch mal auf den Spickzettel schauen

Das Nachrichtenfrühstück fix verschlungen
Überall nur rote Zahlen
Ich steig auf mein hellblaues Fahrrad
und so schnell wie der Wind, so hole ich meine Freunde ein


Der Test, der Test ich sehe schwarz
Ich rieche schon den grauen Rauch
Die ganze Welt verblasst und ich steh schon im Klassenraum

Keren Wang



Warten

Warten. Doch auf was?
Auf vorübergehen der Zeit, ist es das?
Die Zeit, der Tag, doch was noch?
alles was man fühlt, wie ein Loch.

Wer tut es nicht?
Alle sind darauf erpicht
doch wo ist der Sinn dabei,
wenn alles, auf das man wartet, Vorübergehen sei?

Doch warum nur, fragt man sich,
alles muntert einen nicht,
doch dort kommt ein helles Licht.
Man bemerkt es erst nicht

doch langsam wird es heller
es kommt immer schneller,
schließt es in sein Herz hinein,
hält es fest, will nie mehr ohne sein.

Es hat das Warten wert gemacht,
wer hätte denn gedacht,
dass nach all dem Dunkeln innen drinnen
man das Helle kann zurückgewinnen?

Veronika Becker


Kein Titel

Da saß sich also vor meinen
Computer, der bereits Stunden an ist
und sollte ein Gedicht schreiben. Über
was auch immer ich mir bereits notiert habe.

Da saß ich und spielte Philosoph.
Stellte mir die interessantesten Fragen die
sich Hunderte vor mir gestellt haben, wie:
Was war zuerst da? Bevor alles andere kam?

„am Anfang war das Nichts.“

Frage mich, was war am Anfang? Nichts,
als etwas, was ich nicht kannte.
Stille?
Chaos?
Endlose Nächte?
Aber doch nicht Nichts.
Die Stille ist das Nichts? Das Chaos? Oder die endlosen Nächte?

„Nichts war alles“

Na, wenn man das schon so sagt,
ist nichts dann alles? Alles ist nichts? Alles hier?
Wir?

Verwirrt
nehme ich also ein Blatt und
Fange an, zu schreiben, Wörter
Und dann merke ich, anstatt zu schreiben
male ich.
Ich male etwas.

Und dann kam diese hirnlose Idee vom Etwas.
Ja, wenn alles nichts ist, was ist dann
Etwas?
Und wollen wir überhaupt aus dem Nichts raus?
Woraus? Wohin?
Ins Etwas?

nichts, alles, etwas.

Mit Kopfschmerzen schalte ich den Computer aus.
Und am Ende bemerke ich,
ich habe immer noch
nichts.
nichts.
nichts.

Francisca Fei