中国日 Chinatag am Eurocampus 2009

 

Der Schultag am Dienstag, den 24.3.2009, stand ganz unter dem Zeichen Chinas: der Chinatag, der zum zweiten Mal an der Deutschen Schule stattfand war erneut ein voller Erfog für alle Beteiligten. 

Der Vormittag bot den Schülern einen "Jahrmarkt der chinesischen Kultur".  An fast 30 verschiedenen Aktivitäten  konnten die Schüler der Gundschule und der Vorschule teilnehmen und sich dies auf ihrer Stempelkarte abzeichnen lassen. Durch das Engagement von chinesischen und deutschen Müttern, den chinesischen Assistentinnen des Kindergartens und unseren Chinesisch-Lehrerinnen wurden die Angebote kindgerecht und mit Fachwissen organisiert und von den Kindern voller Enthusiasmus angenommen. Es entstanden tolle chinesische Tuschebilder und Kalligraphien,  chinesische Jiaozi wurden gebraten und verzehrt und körperliche Herausforderung gab es bei dem Kongfu und Taiji Training.  Geistig gefordert wurden die Schüler beim Erlernen der GO-Regeln oder dem Rechnen mit dem Abakus, was dieses Jahr wieder von den Erzieherinnen des chinesischen Tongji-Kindergartens angeboten wurde. Viele Kinder kamen schon morgens in chinesischer Kleidung und wurden durch wunderbare Opernmasken-Bemalung zu den eigentlichen Stars des Tages.

In der Sekundarstufe waren nicht nur die Schüler, sondern auch die Fachlehrer im Unterricht gefordert, sich auf ihrem Gebiet mit China auseinander zu setzen. Modelle der berühmtesten Gebäude in Shanghai, die im Vorfeld von einer Geografie-Klasse vorbereitet wurden, waren in einer Ausstellung in der Piazza zu sehen. In einer Chemie-Klasse wurden Erfindung und Geschichte des Schwarzpulvers durchgenommen und anschliessend Wunderkerzen gemacht.

In der fünften Stunde hatten die von der Schule eingeladenen Profis ihren Auftritt: Kinder einer Shanghaier Akrobatikschule gaben vor den versammelten Sekundarstufenschülern eine Darbietung, die alle fesselte. Ein zweiter Auftritt, im FineArtCenter für die Grundschule, sollte später folgen. Eine Schattenspieltruppe gab den ganzen Tag über Aufführungen der "Geschichte des faulen Schweins". Zusätzlich versüsst wurde der Tag bei dem Zuckerlollie-Maler und Lollie-Bläser. Während die Grundschüler von den Zucker-Handwerkern süsse Drachen und Affen geschenkt bekamen, durften die älteren Schüler ihre eigenen Kreationen lutschen.


Doch  das war nur eines der vielen Angebote, aus denen die Schüler in der 7. und 8. Stunde auswählen konnten. Zur Auswahl standen unter anderem das Erlernen chinesischer Knoten oder der Regeln des chinesischen Schachs, das Lauschen nach chinesischen Märchen oder die Diskussion über chinesische Medizin, begleitet von einem Vortrag über dieses Thema von der Body & Soul Klinik für traditionelle chinesische Medizin. Viele der angebotenen Aktivitäten waren ein Erfolg, doch es wurde auch deutlich, dass gerade in der Oberstufe der Wunsch nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Gastland China im Schulalltag besteht. Ist das nicht auch ein Erfolg, wenn uns der Chinatag dieses Thema wieder ins Bewusstsein ruft?

Auch dieser Chinatag wurde abgrundet durch eine Abendveranstaltung, die dieses Mal im Rahmen der Talkshow-Reihe Shanghai Talks stattfand und von den Schülern der Klasse 11c  betreut wurde. Die Künstlerin Xiao Hui Wang 王小慧,  die ihr Leben zwischen Deutschland und Shanghai verbringt, war zu Gast im FineArtCenter und sprach vor vielen interressierten Zuhörern über ihr Leben in beiden Kulturen und dessen Widerhall in ihrer Kunst.

Viel Spass hat der Chinatag gemacht, einige neue Erkenntnisse geliefert und ein Beispiel gegeben für die Gemeinschaft zwischen den Kulturen. Wir freuen uns, dass dies auch über die Schule hinaus so wahrgenommen wird und sich zwei Sponsoren gefunden haben, die dieses Vorhaben unterstützten: vielen Dank an das German Centre Shanghai und die Firma Bosch.

Durch den zweiten Chinatag haben wir uns an unserer Schule eine kleine Tradition geschaffen: einen Tag, der uns jährlich erneut auffordert, uns zwischen den Kulturen zu bewegen und uns daran zu bereichern - und ein Zeichen nach Innen wie nach Aussen, dass uns bewusst werden lässt, wie wichtig eine Gemeinschaft zwischen Chinesen und Deutschen gerade hier in Shanghai ist. Wie fruchtbar und freundschaftlich ein solcher Austausch sein kann, haben alle Beteiligten des Chinatages wieder bewiesen: ihnen gilt der grösste Dank für diesen Tag!