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Aufsatzwettbewerb für das Jahrbuch 2009

Auch in diesem Jahr findet wieder ein Aufsatzwettbewerb für das Jahrbuch statt. Dieser wurde im letzten Jahr von Herrn Cortum initiiert, der in den dreißiger und vierziger Jahren die Kaiser Wilhelm Schule in Shanghai besuchte.

Parallel zu dem Leitthema unseres Jahrbuches 2009 steht der Aufsatzwettbewerb unter dem Motto Gemeinschaft. Alle Schüler der Klassenstufen 5 bis 12 sind eingeladen, ihre Essays zu diesem Thema einzureichen. Abgabeschluss für die Aufsätze ist der 30. April 2009. Die Aufsätze sollten eine Länge von eineinhalb DIN-A4 Seiten nicht überschreiten und können bei Oliver Schmitz abgegeben werden.

Die Fuchsfalle

Gewinnerin des Aufsatzwettbewerbs 2009

— 1 —

Bianca seufzt traurig. Sie schreibt ein Wort auf das leere Papier. Ihr wollt wissen, was sie schreibt? „FRlEDEN“. Frieden, wieso? Ganz einfach: weil Bianca den Frieden liebt! Denn Frieden ist wichtig für unsere Welt. Das Gegenteil aber von Frieden ist Streit. Und Streit kann im Ernstfall sogar zu Krieg führen. Doch wie schaffen wir es richtig, Frieden zu stiften? Indem wir alles Böse vernichten?
Und warum ist Friedenstiften so schwer? Dies fragt sich Bianca schon seit langem. Sie will es herausfinden. Doch wie soll sie das anstellen?
Vielleicht sollte sie sich auf dem Schulhof mal nach einsamen Kindern umsehen. Gleich morgen will sie es versuchen.
Am nächsten Tag schaut sich Bianca auf dem Schulhof alle Kinder an. Viele laufen zu zweit, zu dritt oder zu fünft. Doch dann entdeckt Bianca sie. Sie sitzt auf der Schultreppe - allein und traurig. Das ist ja Clara aus der 5c!
Bianca setzt sich neben sie. „Alles o.k.?“, will Bianca von Clara wissen. Clara schüttelt den Kopf. Dann fängt sie an zu weinen. „Ach, du liebe Güte“, denkt Bianca, „was soll ich jetzt nur tun?“
Sie legt Clara den Arm um ihre Schulter. „Was ist denn passiert?“ fragt sie erschrocken? „Mickey und Kitty fordern die anderen schon wieder zum Mobbing auf.“ „Welche anderen? Und wer wird gemobbt?“ „Ich; und meine Klasse mobbt mich.“ „Du Arme!“ Bianca weiß nicht genau, was sie noch sagen soll. „Die hassen mich alle!“ „Hey, aber ich mag dich!“ versucht es Bianca. Clara schaut sie dankbar an. Auf einmal, Bianca weiß selbst nicht genau, warum, fragt sie: „Willst du mir helfen?“
„Wobei?“
„Beim Friedenstiften!“ „Klar!“ „Super!“ freut sich Bianca.
Da klingelt es. Die Mädchen gehen zurück in ihre Klassen. Da hat Bianca eine Idee. Schnell dreht sie sich um und rennt zu der 5c. „Clara! Das ist meine Adresse. Komm doch um fünf Uhr zu mir!“ Sie drückt Clara einen Zettel in die Hand. Dann flitzt sie zurück in ihre Klasse.
Am Nachmittag klingelt es tatsächlich an Biancas Haustür und Clara steht davor. Die Mädchen beschließen, zum Stadtpark zu laufen. Bianca schaut zurück. Etwa zehn Meter hinter ihnen stehen Mickey und Kitty. Außerdem Larissa, Jana und Max. Auf die können sie jetzt verzichten!
Auf einmal hören Bianca und Clara einen Hilferuf. Schnell rennen sie zurück. Da sieht Bianca, was geschehen ist: Larissas Fuß hängt in einem Loch. Offenbar eine Fuchsfalle. Kitty, Mickey, Jana und Max ziehen und zerren. Doch sie bekommen Larissas Fuß nicht aus der Falle. Plötzlich kommt Bianca eine Idee: Sie zwinkert Clara zu und hebt das Gitter, unter dem Larissas Fuß klemmt, hoch. Clara hilft ihr dabei. Sofort ist Larissa befreit. „Uff!“ stöhnt sie. Staunend schaut sie zu Clara hoch. „Du - du hast mich befreit?!“ Larissa kann es nicht fassen. „Klar!“ meint Clara, „gemeinsam schafft man`s am besten!“


— 2 —

Dankbar schaut Larissa auch Bianca an. Sie will etwas sagen, aber ihr fehlen die Worte. Kitty meint: „Habt ihr morgen um drei Uhr Zeit? Ich wollte ins Kino...“
Und damit werden Larissa, Mickey, Jana, Kitty, Max, Bianca und Clara Freunde.
Natürlich stiftet Bianca weiter Frieden. Und die anderen helfen ihr. Denn Frieden schafft Freundschaft, schafft Gemeinschaft. Das ist wichtig für unsere Welt. Und manchmal ist es gar nicht so leicht, seinen Feinden zu helfen. Aber es ist gut, weil auch die noch so starken Leute manchmal Hilfe brauchen.

Dorothea Lux, Klasse 6 Pudong