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„JinX – duales Informationsportal“

 

Die „JinX“-Webseite, der Beitrag der Deutschen Schule Shanghai zum Wettbewerb der DIHK für die deutschen Auslandsschulen „Schüler bauen weltweit Brücken“, ist seit Ende März Online. Seit November 2007 arbeiteten 16 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Deutschen Schule und der SISU Fremdsprachen-Mittelschule an dem Projekt.

Das Internetportal zum dualen System in Shanghai und China gibt einen Überblick über den Stand deutsch-chinesischer Kooperationen in der Berufsbildung und stellt die damit die Eröffnung des Berufsbildenden Zweigs an der DSS zum Schuljahr 2008/09 in einen größeren bildungspolitischen Kontext.

Als Ergebnis journalistischer Recherche zu dem zentralen Bildungsthema am Schnittpunkt zwischen Schule und Wirtschaft sowie Deutschland und China stellen die Internetseite und ein Flyer Informationen und Kontakte für chinesische und deutsche Schüler, welche bestehende Angebote nutzen, sowie chinesische und deutsche Unternehmen, Anbieter und Verantwortliche, welche die Angebote erweitern wollen, zur Verfügung.

Internetauftritt und Flyer sind zweisprachig angelegt. Die Webseite wurde von den Schülern eigenständig strukturiert und technisch umgesetzt. Neben der inhaltlichen Recherche zur Erstellung der Texte für die Webseite wurde in Zusammenarbeit mit der Firma emeneo ein kurzer Dokumentarfilm realisiert. Das Projekt wird bei der „Deutschlandpromenade“ im Mai in Chongqing präsentiert.

Der Wettbewerb "Schüler bauen weltweit Brücken" prämiert Projekte deutscher Auslandsschulen, die in das Gastland und in die Wirtschaft hinein wirken. Die Teilnahme gab den Impuls zur Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Schule Shanghai und der SISU-Mittelschule und zur Erschließung eines äußerst interessanten Themas, mit dem chinesische und deutsche Schüler/innen der Oberstufe sonst eigentlich kaum befasst sind.

Projektbeschreibung „Duales System“ in China

 

In der ersten Phase des Projekts wird die „JinX“ (duale digitale Informationsplattform) entwickelt, die als zentrale Informations- und Kontaktplattform rund um das Duale System bereit gestellt und gepflegt wird. In der zweiten Phase folgt die Implementierung des „Dualen Systems“ an der Deutschen Schule Shanghai.

Duales System und andere praxisorientierte Ausbildungen
Beispiele für das deutsche duale System in China

Das Duale Ausbildungssystem existiert bereits in China. Es gründet auf deutschen Ausbildungsgängen, die von der AHK zertifiziert werden oder werden sollen. Die Recherche hat gezeigt, dass dieses System von Chinesen nicht nur angenommen wird, sondern dass die chinesische Seite die Kooperation aktiv sucht, da dieses System die Möglichkeit bietet, sowohl in deutschen als auch einheimischen Firmen eine qualifizierte Arbeit zu finden. Durch die Vernetzung mit der AHK sind Fortbildungen bis in die Managementebene möglich, die Aufstiegschancen enorm.

Chinesische Universitäten mit Deutsch als angewandter Fremdsprache

Es handelt sich hier um Universitäten mit meist technischen Studiengängen, die mit deutschen Universitäten eng kooperieren und ihre Studenten zu Praxissemestern nach Deutschland schicken. Aus diesem Grund wird Deutsch als angewandte Fremdsprache intensiv und meist mit deutscher Unterstützung durch DAAD-Lektoren gelernt.

Das chinesische Berufsbildungssystem

Dieses System ist in einem Stufenmodell entwickelt, die Ausbildung erfolgt losgelöst von der Praxis in Betrieben, die Schulen bilden eigenständig – „entkoppelt“ von der chinesischen Wirtschaft, weitgehend ohne gültige Ausbildungsstandards - aus.

Projekt - Vernetzung mit dem Gastland

„JinX“ ist eine ökonomische und kulturelle Brücke zwischen China und Deutschland und will in und von beiden Ländern gehört, verstanden und genutzt werden. Dementsprechend ist die Website zweisprachig – deutsch und chinesisch - angelegt.

Schüler der Deutschen Schule Shanghai arbeiten gemeinsam und kooperativ mit Schülern der chinesischen SISU-Fremdsprachenschule Shanghai an diesem Projekt (Planung, Recherchen, Interviews, Präsentation, Homepage, Inhalte und Strukturen), Kommunikation und Austausch innerhalb und außerhalb der Schule und an der Pflege und Weiterentwicklung von „JinX“.

Gegenseitige Betriebsbesichtigungen deutscher wie chinesischer Klassen und Firmen sollen zu Kurz- und Ferienpraktika ausgebaut und ins Projektportfolio aufgenommen werden.

Förderung der Eigeninitiative bei den Jugendlichen

Das Projekt ist von den Jugendlichen eigenständig erarbeitet und dokumentiert, das Material ist selbstständig verarbeitet und aufbereitet worden. Die begleitenden Lehrer hatten eine lenkende Funktion. Die Schüler haben gelernt, sich mit Vertretern aus Wirtschaft, Schulleitern, Universitätspersonal, Stiftungen u.v.m. auseinanderzusetzen, eigenverantwortlich Fragenkataloge für die Interviewpartner zu entwickeln und anschließend zu protokollieren. Die Website ist von den Schülern gestaltet, entwickelt und strukturiert.

Förderung des wirtschaftlichen und unternehmerischen Denkens bei den Jugendlichen

Das Projekt erfordert bei der Umsetzung wirtschaftliches Denken, da die Mittel – hier Zeit und Material – knapp sind und nutzenoptimiert eingesetzt werden müssen.

Die Bedeutung des Produktions- und Standortfaktors Bildung als zentrales Problem eines nachhaltigen Wachstums der chinesischen Nationalökonomie und der Direktinvestitionen - deutsche Firmen - muss verstanden werden, konzeptionelle und pragmatische Lösungsansätze werden in dem Schülerprojekt erarbeitet und umgesetzt. Dabei wird das Marketing- und PR-Instrumentarium genutzt.

Ebenso werden die Schüler unmittelbar konfrontiert mit den vielschichtigen Anpassungsproblemen, die eine Integration des Dualen Systems in die chinesische Bildungslandschaft aufwirft: mit dem Spannungsverhältnis zwischen plan- und marktwirtschaftlichen Politikkonzeptionen, unterschiedlichen Rechts- und Gesellschaftssystemen, Wertmaßstäben und Sozialisationen.

Bereitschaft zum Kennen lernen, Respekt, Teamarbeit über kulturelle Barrieren hinweg und Kompromissfähigkeit werden als Voraussetzungen für optimierte „Win-Win“-Lösungen begriffen, als einzig praktikables Modell internationalen Handels und internationaler Beziehungen.

Die Nachhaltigkeit des Projekts

leitet sich aus der notwendigen Pflege und Weiterentwicklung der Website zum zentralen digitalen Informationsportal („JinX“) gemeinsam von den Schülern und Lehrern der DS Shanghai und den Schülern der chinesischen Mittelschule unter Einbindung der Wirtschaftsvertretungen, der Kulturmittler und der chinesischen Behörden ab.

Über die Zielgruppen Schulen, Schüler, Eltern und Firmen aus Deutschland und China hinaus kann jeder die „JinX“ als zentrale Informations- und Kontaktbörse nutzen.

Alumnis werden für die „JinX“ gewonnen und können ihre Erfahrungen auf der Website – z.B. im Forum - und bei „Career-day“–Veranstaltungen einbringen.

Startschuss für das Duale System an der Deutschen Schule Shanghai

An der DS Shanghai wird nach intensiven Verhandlungen und Vorbereitungen zum Schuljahr 2008/2009 das Duale System eingerichtet. Schüler können sich dann zum Außenhandelskaufmann/frau ausbilden lassen.

Die Deutsche Schule reagiert auf die steigende Nachfrage vieler Expats nach Abschlüssen, die für ihre Kinder nicht unmittelbar im Anschluss an die Schule eine universitäre, sondern eine praktische Ausbildung anstreben. Damit kann der Familienverbund erhalten bleiben.

Mit diesem Schulprojekt wird die Vernetzung mit der Wirtschaft engmaschig

Bislang war die einmal jährlich stattfindende Berufsorientierung der einzige Zugang für jeden Schüler um einen Betrieb in Shanghai kennen zu lernen, jetzt wird der Markt transparent und geöffnet.

Deutsche Firmen werden ausbilden, die AHK die Ausbildung zertifizieren und die „JinX“ wird nicht nur Angebot und Nachfrage zusammenführen, sondern auch zwischen den Teilnehmern dieses Schulprojekts nachhaltige und tragfähige Brücken schlagen, belastbare Netzwerke knüpfen, zum Nach- und Weiterdenken Raum schaffen.

Das Modell des Dualen Systems weist für chinesische Schulen einen Weg, der parallel zum zwar etablierten, aber in der gesellschaftlichen Wertschätzung nachranging eingestuften Berufsbildungssystem eine nachhaltige und zukunftsorientierte Alternative erschließen soll.

Während das Handwerk in China mit dem „Mann der Hundertarbeit“ auf eine Tradition bis in die Antike zurückblicken kann, führt die Tätigkeit in der Produktion ein aus dem konfuzianischen Denken abgeleitetes, nahezu stigmatisiertes Schattendasein, das sich trotz des bestehenden Berufsbildungssystems weitgehend auf „Anlern-Qualifizierung“ beschränkt. Die gut gemeinten Anstrengungen im strukturell mangelhaften Berufsbildungssystem haben daran kaum etwas geändert.

In Zukunft werden auch chinesische Firmen Absolventen des Modells „Duales System“ nachfragen, denn auch diese Firmen können auf das daraus resultierende Know-how nicht verzichten, wollen sie am Markt bestehen. Bbtrain macht das bereits deutlich.

Das „Duale Modell“ verspricht nun einen modernen Ansatz, der den dringenden Bedürfnissen deutscher und chinesischer Firmen Rechnung trägt, und deutschen, wie chinesischen Schülern eine Alternative aufzeigt und eine arbeits- und bildungskulturelle Brücke baut.

Das Projekt wird bei der „Deutschlandpromenade“ im Mai in Chongqing präsentiert.

Zur Projektdarstellung auf der JinX-Internetseite gelanngen Sie hier